Die hypnosystemische Therapie und Beratung bietet einen innovativen Zugang zu Veränderungsprozessen, der Ressourcenorientierung, systemisches Denken und die Kraft der Hypnotherapie verbindet. Ob in der Psychotherapie, im Coaching oder in der Organisationsberatung – der Ansatz hat sich in vielen Bereichen bewährt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wenn Sie neugierig geworden sind, lohnt es sich, tiefer einzusteigen und vielleicht selbst die Erfahrung mit dieser Arbeitsweise zu machen.

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag beschreibt die wesentlichen Facetten meiner psychologischen Beratung. Denn die hypnosystemische Therapie verbindet zwei erfolgreiche therapeutische Ansätze zu einem innovativen Gesamtkonzept. Entwickelt wurde dieser Ansatz maßgeblich von Gunther Schmidt am Milton-Erickson-Institut in Heidelberg. Er eignet sich für einen therapeutischen Zugang – ist auber auch offen für eine Beratung und ein Coachin im Vorfeld einer Therapie?  Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Vorab: Worum geht es bei systemischen Therapien?

Systemische Therapien betrachten psychische Probleme nicht isoliert in einer einzelnen Person, sondern verstehen sie im Kontext der Beziehungen und Systeme, in denen Menschen leben. Der Grundgedanke ist dabei: Wir sind alle Teil verschiedener Systeme – unserer Familie, unseres Arbeitsumfelds, unseres Freundeskreises. Diese Systeme beeinflussen uns, und wir beeinflussen sie.

In der systemischen Sichtweise entstehen Probleme oft durch ungünstige Wechselwirkungen innerhalb dieser Systeme. Eine Depression beispielsweise wird nicht nur als individuelles Problem gesehen, sondern auch im Zusammenhang mit den Beziehungsmustern, der Kommunikation und den Rollen betrachtet, die jemand in seinem sozialen Umfeld einnimmt. Die systemische Therapie fragt daher: Welche Funktion hat ein Symptom möglicherweise im Gesamtsystem? Welche Interaktionsmuster halten es aufrecht?

Statt nach Schuld zu suchen, konzentriert sich die systemische Arbeit auf Lösungen und Ressourcen. Sie geht davon aus, dass Menschen grundsätzlich über die Fähigkeit verfügen, Veränderungen herbeizuführen – oft müssen nur neue Perspektiven eröffnet und andere Handlungsmöglichkeiten sichtbar gemacht werden.

 

Was genau bedeutet nun „hypnosystemisch“?

Der Begriff „hypnosystemisch“ vereint die systemische Perspektive mit Elementen der Hypnotherapie nach Milton Erickson. Erickson revolutionierte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Verständnis von Hypnose. Für ihn war Hypnose kein mystischer Zustand, in dem der Therapeut Kontrolle über den Klienten ausübt, sondern ein natürlicher Bewusstseinszustand, den wir alle täglich erleben.

Wenn Sie beispielsweise völlig in ein Buch vertieft sind, beim Autofahren plötzlich merken, dass Sie die letzten Kilometer „automatisch“ gefahren sind, oder in Tagträumen versinken – dann befinden Sie sich in einem tranceähnlichen Zustand. In solchen Momenten ist unser bewusstes, analytisches Denken weniger aktiv, und wir sind empfänglicher für neue Ideen und Perspektiven.

Die hypnosystemische Therapie nutzt diese natürlichen Trancezustände gezielt, um Zugang zu inneren Ressourcen zu bekommen und Veränderungsprozesse anzustoßen. Gleichzeitig behält sie die systemische Perspektive bei und betrachtet das Zusammenspiel zwischen inneren Zuständen (wie Gedanken, Gefühlen, körperlichen Empfindungen) und äußeren Systemen (wie Beziehungen und Lebensumständen). Der Ansatz verbindet also die Arbeit mit inneren Prozessen mit dem Blick auf äußere Kontexte.

 

Wie wird in der hypnosystemischen Therapie gearbeitet?

Die hypnosystemische Arbeit unterscheidet sich deutlich von klassischen Therapieformen. Statt primär über Probleme zu sprechen und ihre Ursachen zu analysieren, liegt der Fokus auf dem Erleben und auf lösungsorientierten Prozessen.

Eine zentrale Technik ist die Arbeit mit unterschiedlichen Bewusstseinszuständen. Der Therapeut oder Coach hilft dabei, einen entspannten, fokussierten Zustand herzustellen – sei es durch Imaginationsübungen, Achtsamkeitstechniken oder bestimmte Gesprächsführungsmethoden. In diesem Zustand können Menschen oft leichter auf ihre inneren Ressourcen zugreifen, neue Perspektiven entwickeln und Lösungen finden.

Typisch für die hypnosystemische Arbeit ist auch die Verwendung von Metaphern, Geschichten und bildhaften Sprachelementen. Diese sprechen nicht nur den analytischen Verstand an, sondern auch emotionale und intuitive Anteile. Ein Problem wird beispielsweise nicht nur sachlich beschrieben, sondern möglicherweise als inneres Bild oder Symbol erforscht.

Besonders charakteristisch ist die ressourcenorientierte Haltung. Statt sich auf Defizite zu konzentrieren, wird nach Stärken, Fähigkeiten und positiven Ausnahmen gesucht. Die Frage lautet nicht „Was läuft falsch?“, sondern „Was funktioniert bereits?“ und „Wie können wir darauf aufbauen?“. Dabei werden Klienten als Experten für ihr eigenes Leben betrachtet – der Therapeut ist eher Prozessbegleiter als Problemlöser.

Die hypnosystemische Therapie arbeitet zudem stark mit dem Konzept der „Teile-Arbeit“. Die Idee dahinter: In uns gibt es verschiedene Anteile oder innere Stimmen, die unterschiedliche Bedürfnisse und Perspektiven vertreten. Ein Teil möchte vielleicht mehr Leistung bringen, ein anderer mehr Erholung. In der Therapie werden diese inneren Anteile gewürdigt und in einen konstruktiven Dialog gebracht, statt einen Teil zu unterdrücken.

 

Wie verbinden sich hypnosystemische Therapie mit Coaching und Beratung?

Die hypnosystemische Methodik eignet sich hervorragend für verschiedene Anwendungsfelder, die über die klassische Psychotherapie hinausgehen. Im Coaching geht es typischerweise nicht um die Behandlung von Störungen, sondern um Persönlichkeitsentwicklung, berufliche Fragestellungen oder die Erreichung spezifischer Ziele.

Der hypnosystemische Ansatz bietet Coaches wertvolle Werkzeuge, um Klienten bei Veränderungsprozessen zu unterstützen. Die Methoden helfen dabei, innere Blockaden zu lösen, Ressourcen zu aktivieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ein Manager, der vor einer schwierigen Entscheidung steht, kann beispielsweise durch hypnosystemische Techniken Zugang zu seiner Intuition finden und verschiedene Zukunftsszenarien innerlich durchspielen.

In der Beratung – etwa in Organisationen – ermöglicht die systemische Perspektive, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Veränderungen auf verschiedenen Ebenen anzustoßen. Die hypnotherapeutischen Elemente können dabei helfen, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen und kreative Lösungen zu entwickeln.

Die Grenzen zwischen Therapie, Coaching und Beratung sind dabei fließend. Wichtig ist die klare Auftragsklärung: Geht es um die Behandlung einer psychischen Störung (Therapie), um berufliche oder persönliche Entwicklung (Coaching) oder um organisationale Fragestellungen (Beratung)? Je nach Anliegen und Schweregrad wählt man das passende Setting und beachtet die jeweiligen professionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Bei welchen psychischen Anlässen wird der hypnosystemische Ansatz angewendet?

Der hypnosystemische Ansatz hat sich bei einer Vielzahl von psychischen Anliegen als hilfreich erwiesen. Besonders gut erforscht ist die Wirksamkeit bei Angststörungen. Menschen mit Phobien, Panikattacken oder generalisierten Ängsten können durch die Kombination aus ressourcenorientierter Arbeit und hypnotherapeutischen Techniken oft deutliche Verbesserungen erreichen.

Auch bei Depressionen wird der Ansatz erfolgreich eingesetzt. Statt sich ausschließlich auf die Symptome zu konzentrieren, werden positive Ausnahmen erforscht und innere Ressourcen aktiviert. Die hypnotherapeutischen Elemente können helfen, Zugang zu Gefühlen von Lebendigkeit und Motivation wiederzufinden.

Bei psychosomatischen Beschwerden – also körperlichen Symptomen ohne ausreichende organische Ursache – bietet die hypnosystemische Arbeit besondere Möglichkeiten. Die Verbindung zwischen Körper, Geist und sozialem Kontext steht hier im Fokus. Chronische Schmerzen, Spannungskopfschmerzen oder funktionelle Störungen können oft durch diese ganzheitliche Herangehensweise gelindert werden.

Weitere häufige Anwendungsfelder sind Stressbewältigung und Burnout-Prävention, Traumafolgestörungen (hier in Kombination mit spezifischen Traumatherapie-Methoden), Beziehungsprobleme, Schlafstörungen sowie die Unterstützung bei Lebenskrisen und Übergangsphasen. Auch bei Suchterkrankungen kann der Ansatz – meist im Rahmen eines Gesamtbehandlungskonzepts – eingesetzt werden.

Im nicht-klinischen Bereich hilft der hypnosystemische Ansatz bei beruflichen Herausforderungen, Entscheidungsprozessen, der Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit sowie bei der Klärung persönlicher Ziele und Werte.

 

Wo sind die Grenzen bzw. Risiken von hypnosystemischen Therapien?

Wie jeder therapeutische Ansatz hat auch die hypnosystemische Therapie ihre Grenzen. Bei akuten schweren psychischen Erkrankungen wie akuten Psychosen oder schweren manischen Episoden ist der Ansatz nicht als alleinige Behandlungsmethode geeignet. Hier sind oft zunächst medikamentöse Stabilisierung und andere Interventionen notwendig.

Bei schweren Traumatisierungen, besonders bei komplexen Traumafolgestörungen, sollte die hypnosystemische Arbeit nur von entsprechend weitergebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Die Arbeit mit Trance kann unter Umständen dissoziative Zustände verstärken, wenn sie nicht fachgerecht eingesetzt wird. Es bedarf hier besonderer Vorsicht und spezifischer traumatherapeutischer Kompetenzen.

Ein weiteres Risiko liegt in der möglichen Überschätzung der Methode. Nicht jedes Problem lässt sich allein durch therapeutische Gespräche lösen. Manchmal sind konkrete Veränderungen der Lebenssituation, medizinische Behandlungen oder soziale Unterstützung notwendig. Der hypnosystemische Ansatz sollte daher immer im Kontext eines Gesamtbehandlungskonzepts gesehen werden.

Wichtig ist auch die Kompetenz des Therapeuten oder Coaches. Hypnosystemische Methoden erfordern eine fundierte Ausbildung und Erfahrung. Unseriöse Anbieter, die nach Wochenendkursen „Hypnose“ anbieten, können mehr schaden als nutzen. Achten Sie daher auf qualifizierte Ausbildungen und seriöse Zertifizierungen.

Schließlich passt die Methode nicht zu jedem Menschen. Manche Klienten bevorzugen strukturiertere, verhaltenstherapeutische Ansätze oder möchten sich primär kognitiv-analytisch mit ihren Problemen auseinandersetzen. Die Bereitschaft, sich auf innere Prozesse, Bilder und Metaphern einzulassen, ist für die hypnosystemische Arbeit hilfreich – fehlt diese Bereitschaft, können andere Ansätze besser geeignet sein.

 

Welche speziellen Formen werden beim hypnosystemischen Ansatz unterschieden?

Der hypnosystemische Ansatz ist flexibel und lässt sich auf verschiedene Settings anpassen. Je nach Kontext und Fragestellung haben sich unterschiedliche Anwendungsformen entwickelt.

 

Hypnosystemischer Familientherapie-Ansatz

In der hypnosystemischen Familientherapie werden die Grundprinzipien auf die Arbeit mit ganzen Familiensystemen übertragen. Hier geht es um die Interaktionsmuster zwischen Familienmitgliedern, um Rollen, Kommunikation und gemeinsame Überzeugungen.

Typischerweise werden zunächst die Anliegen aller Beteiligten erhoben – was erhofft sich jedes Familienmitglied von der Therapie? Dann wird erforscht, wie das Problem im Familienkontext funktioniert: Wer nimmt welche Rolle ein? Welche Kommunikationsmuster gibt es? Was passiert, wenn das Symptom auftritt?

Die hypnotherapeutischen Elemente kommen beispielsweise in Form von gemeinsamen Imaginationsübungen zum Einsatz. Eine Familie kann sich gemeinsam vorstellen, wie ein gelungener Alltag ohne das Problem aussehen würde. Oder es werden Metaphern und Geschichten genutzt, um neue Perspektiven zu eröffnen, ohne direkt konfrontativ zu werden.

Besonders bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten, bei familiären Konflikten oder bei der Bewältigung von Krisen (wie Trennungen, Krankheit oder Tod) hat sich dieser Ansatz bewährt. Die Arbeit zielt darauf ab, die Ressourcen der gesamten Familie zu aktivieren und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

 

Hypnosystemischer Paartherapie-Ansatz

In der Paartherapie verbindet der hypnosystemische Ansatz die Arbeit an der Beziehungsdynamik mit der Unterstützung individueller Entwicklungsprozesse beider Partner. Häufige Themen sind Kommunikationsprobleme, Konflikte um Nähe und Distanz, Vertrauenskrisen oder die Bewältigung von Übergangsphasen.

Die systemische Perspektive hilft zu verstehen, wie beide Partner – oft unbeabsichtigt – an der Aufrechterhaltung problematischer Muster beteiligt sind. Die hypnotherapeutischen Methoden ermöglichen es, auf einer tieferen, emotionalen Ebene zu arbeiten. Paare können beispielsweise durch geführte Imaginationen wieder Zugang zu positiven Erinnerungen und Gefühlen füreinander finden.

Charakteristisch ist die Arbeit mit inneren Anteilen beider Partner. Ein Konflikt entsteht oft, weil unterschiedliche innere Bedürfnisse aufeinandertreffen. Statt diese als unvereinbar zu betrachten, werden sie gewürdigt und es wird nach kreativen Lösungen gesucht, die verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden.

Die Paartherapie kann auch Einzelsitzungen beinhalten, in denen jeder Partner an eigenen Themen arbeitet, die die Beziehung belasten. Der Fokus liegt dabei immer auf der Stärkung der Beziehung und der Entwicklung konstruktiver Interaktionsmuster.

 

Hypnosystemischer Einzeltherapie-Ansatz

Die Einzeltherapie ist vermutlich die häufigste Form der hypnosystemischen Arbeit. Hier steht die individuelle Person mit ihren Anliegen im Mittelpunkt, wobei immer auch die systemischen Kontexte mitbedacht werden.

In der Einzelarbeit können hypnotherapeutische Techniken besonders intensiv genutzt werden. Durch Tranceinduktionen wird ein Zustand geschaffen, in dem Menschen oft leichter Zugang zu ihren Ressourcen, ihrer Kreativität und ihrer Intuition finden. Es können innere Bilder erforscht, problematische Muster auf symbolischer Ebene bearbeitet und neue Lösungen entwickelt werden.

Ein wichtiges Element ist die bereits erwähnte Teile-Arbeit. Innere Konflikte – etwa zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und nach Veränderung – werden nicht als Problem gesehen, sondern als wertvolle Information. Beide Seiten werden gewürdigt, und es wird nach integrativen Lösungen gesucht.

Die Einzeltherapie eignet sich besonders für Menschen, die an persönlichen Entwicklungsthemen arbeiten möchten, die unter Ängsten oder depressiven Verstimmungen leiden, oder die ihre Lebensgestaltung überdenken wollen. Auch hier wird aber immer der Kontext miteinbezogen: Wie beeinflussen Beziehungen, Arbeitssituation und Lebensumstände das aktuelle Erleben?

 

Hypnosystemisches Coaching

Im Coaching-Kontext wird der hypnosystemische Ansatz vor allem für berufliche Themen und Persönlichkeitsentwicklung genutzt. Typische Anliegen sind Karriereentscheidungen, Führungsthemen, Konflikte am Arbeitsplatz, Work-Life-Balance oder die Entwicklung neuer Kompetenzen.

Der Unterschied zur Therapie liegt vor allem im Fokus: Es geht nicht um die Behandlung von Störungen, sondern um die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und die Erreichung von Zielen. Die Klienten sind in der Regel nicht in einem leidensbedingten, sondern in einem entwicklungsorientierten Prozess.

Hypnosystemische Coaches nutzen Techniken wie Zukunftssimulationen, bei denen Klienten sich mental in verschiedene Szenarien hineinversetzen und diese „testen“. Oder sie arbeiten mit inneren Ressourcenzuständen, um beispielsweise vor wichtigen Präsentationen oder Verhandlungen einen optimalen Leistungszustand zu aktivieren.

Die systemische Perspektive hilft, berufliche Herausforderungen im Kontext der Organisation und ihrer Dynamiken zu verstehen. Ein Konflikt mit einem Kollegen wird nicht nur als interpersonelles Problem gesehen, sondern auch im Zusammenhang mit Strukturen, Rollen und organisationaler Kultur.

Coaching-Prozesse sind in der Regel kürzer und fokussierter als Therapien und haben einen klaren Ziel- und Ergebnisbezug.

 

Hypnosystemische Organisationsberatung

In der Organisationsberatung werden hypnosystemische Prinzipien auf ganze Organisationen oder Teams angewendet. Hier geht es um Themen wie Teamentwicklung, Change-Management, Konfliktklärung oder die Entwicklung von Organisationskultur.

Die systemische Sichtweise ist hier besonders wertvoll: Organisationen werden als komplexe Systeme verstanden, in denen viele verschiedene Faktoren zusammenwirken. Veränderungen in einem Bereich haben oft unerwartete Auswirkungen in anderen Bereichen. Die Beratung hilft, diese Zusammenhänge zu erkennen und Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass sie nachhaltig wirken.

Hypnosystemische Berater nutzen Methoden wie Organisationsaufstellungen, um Strukturen und Dynamiken sichtbar zu machen. Sie arbeiten mit Metaphern und bildhafter Sprache, um komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und neue Perspektiven zu eröffnen. In Teamentwicklungen können beispielsweise gemeinsame Visionen entwickelt oder innere Bilder der Zusammenarbeit erforscht werden.

Auch hier gilt: Die ressourcenorientierte Haltung steht im Vordergrund. Statt nur Probleme zu analysieren, wird nach dem gesucht, was bereits funktioniert, und darauf aufgebaut. Organisationen und Teams werden als lernfähige Systeme betrachtet, die selbst Lösungen entwickeln können – die Beratung schafft den Rahmen dafür.

 

Wie lange dauern hypnosystemische Therapien / Coaching / Beratung im Durchschnitt?

Die Dauer hypnosystemischer Interventionen variiert stark je nach Anliegen, Setting und individueller Situation. Grundsätzlich gilt der Ansatz als eher kurz- bis mittelfristig orientiert, verglichen etwa mit tiefenpsychologischen Langzeittherapien.

In der Einzeltherapie bewegen sich die meisten Prozesse zwischen 10 und 30 Sitzungen. Bei klar umgrenzten Anliegen wie spezifischen Ängsten oder beruflichen Fragestellungen können manchmal schon 5 bis 10 Sitzungen deutliche Veränderungen bewirken. Bei komplexeren Themen, etwa bei langjährigen Beziehungsmustern oder bei der Bewältigung schwerer Lebenskrisen, kann die Arbeit auch 40 bis 50 Sitzungen oder mehr umfassen.

Im Coaching-Bereich sind die Prozesse oft noch kürzer. Typisch sind 5 bis 15 Sitzungen für ein spezifisches Anliegen. Manche Führungskräfte nutzen auch längerfristige Begleitungen über ein oder zwei Jahre, wobei die Abstände zwischen den Sitzungen dann größer werden.

Paartherapien dauern im Durchschnitt zwischen 10 und 25 Sitzungen, wobei zu Beginn oft engere Abstände (wöchentlich oder alle zwei Wochen) gewählt werden. Familientherapien sind ähnlich angelegt, wobei manchmal weniger Sitzungen ausreichen, wenn es primär um konkrete Verhaltensänderungen geht.

In der Organisationsberatung ist die Zeitspanne sehr unterschiedlich. Ein Teamentwicklungsworkshop kann ein oder zwei Tage dauern, ein Change-Prozess in einem Unternehmen kann sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken, mit regelmäßigen Beratungssitzungen und Workshops.

Wichtig zu wissen: Hypnosystemische Therapeuten und Coaches arbeiten in der Regel mit einer klaren Auftragsklärung und Zielsetzung. Es werden gemeinsam Zwischenziele definiert, und regelmäßig wird überprüft, ob die Arbeit noch auf einem guten Weg ist. Dies ermöglicht flexible Anpassungen der Dauer an den tatsächlichen Bedarf.

 

Therapeutensuche – Wo findet man geeignete Therapeuten & Coaches

Die Suche nach einem qualifizierten hypnosystemischen Therapeuten oder Coach erfordert etwas Sorgfalt, da die Bezeichnung „hypnosystemisch“ nicht geschützt ist und die Qualität der Ausbildungen variiert.

Eine erste Anlaufstelle für die Therapeutensuche ist das Milton-Erickson-Institut Heidelberg (meihei.de), das als führende Ausbildungsstätte für hypnosystemische Therapie gilt. Dort gibt es Therapeutenlisten von Absolventen der verschiedenen Ausbildungsgänge. Auch die anderen Milton-Erickson-Institute im deutschsprachigen Raum bieten Therapeutenverzeichnisse.

Die Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (MEG) führt ebenfalls ein Therapeutenverzeichnis. Hier sind Therapeuten gelistet, die eine fundierte Ausbildung in Hypnotherapie absolviert haben. Nicht alle davon arbeiten explizit hypnosystemisch, aber viele integrieren systemische und hypnotherapeutische Elemente.

Für die Suche nach systemischen Therapeuten ist die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) sowie die Systemische Gesellschaft (SG) relevant. Auch hier finden sich Therapeutenverzeichnisse. Sie können gezielt nach Therapeuten suchen, die beide Qualifikationen haben – systemisch und hypnotherapeutisch.

Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Qualifikationen achten: eine psychotherapeutische Grundausbildung (Psychologischer Psychotherapeut, Ärztlicher Psychotherapeut oder Heilpraktiker für Psychotherapie), eine fundierte Weiterbildung in systemischer Therapie und/oder Hypnotherapie bei anerkannten Instituten, sowie möglichst Mitgliedschaft in entsprechenden Fachverbänden.

Für Coaching ist die Situation etwas unübersichtlicher, da die Berufsbezeichnung „Coach“ nicht geschützt ist. Achten Sie hier auf eine solide Grundausbildung (oft psychologischer oder therapeutischer Hintergrund) und eine fundierte Coaching-Ausbildung. Verbände wie der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) oder die International Coach Federation (ICF) haben Qualitätsstandards und führen Verzeichnisse.

Ein persönliches Erstgespräch ist immer sinnvoll. Die Chemie zwischen Therapeut/Coach und Klient ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Scheuen Sie sich nicht, nach der Ausbildung, der Erfahrung mit Ihrem spezifischen Anliegen und der Arbeitsweise zu fragen. Seriöse Fachleute werden diese Fragen offen beantworten.

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

Für einen vertieften Einstieg in die hypnosystemische Therapie empfehlen sich folgende Internetressourcen:

www.meihei.de – Die Website des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg bietet umfassende Informationen zum Ansatz, zu Ausbildungen und Veranstaltungen. Hier finden sich auch Artikel und Videos von Gunther Schmidt, dem Begründer des hypnosystemischen Ansatzes.

www.meg-hypnose.de – Die Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose informiert über Hypnotherapie im Allgemeinen, bietet Therapeutensuche und hat interessante Fachbeiträge.

www.dgsf.org und www.systemische-gesellschaft.de – Die beiden großen systemischen Fachverbände bieten Einführungen in systemische Therapie, Therapeutensuche und aktuelle Entwicklungen.

www.carl-auer.de – Der Carl-Auer Verlag ist der führende Verlag für systemische Therapie und Beratung. Die Website bietet einen Blog mit Fachartikeln, Interviews und Buchvorstellungen, viele davon frei zugänglich.

Auf YouTube finden sich zahlreiche Vorträge von Gunther Schmidt und anderen hypnosystemischen Therapeuten, die die Methode anschaulich erklären. Suchen Sie nach „Gunther Schmidt Hypnosystemisch“ oder „Milton Erickson Hypnose“.

 

Buchempfehlungen – Welche Bücher sind zu empfehlen?

Für interessierte Laien, die sich einen ersten Überblick verschaffen möchten, eignet sich besonders:

Gunther Schmidt: „Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung“ (Carl-Auer Verlag). Dieses Buch bietet einen umfassenden, aber verständlichen Überblick über die Grundlagen und die Praxis des Ansatzes. Schmidt erklärt die theoretischen Hintergründe und illustriert sie mit vielen Praxisbeispielen.

Gunther Schmidt: „Liebesaffären zwischen Problem und Lösung“ (Carl-Auer Verlag). Ein sehr praxisnahes Buch, das anhand von Fallgeschichten zeigt, wie hypnosystemische Arbeit konkret aussieht. Besonders gut lesbar und inspirierend.

Für diejenigen, die sich mehr für die Grundlagen der Hypnotherapie interessieren:

Milton H. Erickson / Ernest L. Rossi: „Hypnotherapie“ (Pfeiffer bei Klett-Cotta). Ein Klassiker, der die Arbeitsweise Ericksons anhand von kommentierten Therapiesitzungen zeigt. Nicht ganz leicht zu lesen, aber sehr erhellend.

Jeffrey K. Zeig: „Sage mir wo Dein Vater ist – Die heilende Sprache Milton H. Ericksons“ (Junfermann Verlag). Eine sehr zugängliche Einführung in Ericksons hypnotherapeutische Methoden.

Zur systemischen Therapie:

Arist von Schlippe / Jochen Schweitzer: „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung“ (Vandenhoeck & Ruprecht). Das deutschsprachige Standardwerk – umfassend und gründlich, eher für Fachleute, aber auch für interessierte Laien mit Durchhaltevermögen geeignet.

Tom Levold / Michael Wirsching (Hrsg.): „Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch“ (Carl-Auer Verlag). Ein neueres, sehr umfassendes Werk mit Beiträgen vieler Autoren.

Für die Praxis und Selbstanwendung:

Steve de Shazer: „Der Dreh – Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie“ (Carl-Auer Verlag). Ein Klassiker der lösungsorientierten Kurzzeittherapie, der viele Anregungen auch für den Alltag bietet.

Insoo Kim Berg / Peter Szabó: „Kurzzeitberatung“ (Borgmann). Praktische Einführung in lösungsorientiertes Arbeiten, gut lesbar und mit vielen konkreten Techniken.