Psychologische Beratung Bonn

Die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit
– am richtigen Ort

Psychische Gesundheit ist kein statischer Zustand – sie ist ein fließender Prozess. An manchen Tagen fühlen wir uns resilient und stark, an anderen verletzlich und belastet. Im deutschen Gesundheitssystem wird oft formal zwischen „gesund“ und „krank“ unterschieden, doch unser inneres Erleben hält sich selten an starre Kategorien. Mir ist es wichtig, dass wir hier nicht in einem „Entweder-oder“ denken, sondern in einem sinnvollen „Hand-in-Hand“.

Um die bestmögliche Unterstützung für sich selbst zu finden, lohnt ein Blick auf das gesamte Spektrum der psychischen Gesundheit. Es geht demnach nicht um Beratung versus Therapie, sondern um ein sinnvolles Miteinander – je nachdem, wo Sie gerade stehen.

 

Gerlinde Baretton„Manchmal geraten wir in Lebensphasen, in denen sich alles schwerer anfühlt als sonst – durch anhaltenden Stress, private oder berufliche Konflikte, Trennungsthemen, Sorgen, Trauer, Selbstzweifel oder das Gefühl, „festzustecken“.
Psychologische Beratung kann hier, wenn sie alltagsnah und ohne lange Wartezeiten gut erreichbar ist, eine entlastende Möglichkeit sein, um die eigene Situation zu sortieren, neue Perspektiven zu gewinnen und konkrete nächste Schritte zu entwickeln.  – auf Wunsch vor Ort in Bonn oder online. Mailen Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Das Spektrum verstehen: Wo stehen Sie gerade?

Wie die obenstehende Grafik anschaulich zeigt, lässt sich unser Wohlbefinden in fließende Übergänge einteilen. Diese Orientierung hilft, die passende Maßnahme zu ergreifen:

 

  1. Gesundheit & Resilienz (der grüne Bereich): Hier sind unsere Ressourcen gefüllt. Wir haben volle Handlungsfähigkeit und hohe Lebensqualität. Angebote wie Coaching oder Achtsamkeitstraining dienen hier der Prävention und Pflege der psychischen Hygiene. Die Angebote erlauben uns grundsätzlich zu reflektieren, was die Ziele unseres Lebens sind und ob ein Kursänderung sinnvoll ist.
  2. Bereich der psychologischen Beratung (Die orange Zone): Dies ist ein oft unterschätzter Bereich. Es liegen noch keine klinischen Diagnosen vor, aber das Leben fühlt sich schwer an. Krisen, Konflikte am Arbeitsplatz, familiäre Sorgen oder diffuse Ängste belasten den Alltag. Die Handlungsfähigkeit ist noch da, aber eingeschränkt. Hier liegt die große Chance: Mein Ziel ist es, Impulse zu geben, bevor sich Symptome verfestigen. Wir arbeiten an der Kurskorrektur – präventiv und intervenierend –, damit aus einer Belastung im besten Fall erst gar keine Erkrankung wird (Prävention & Intervention).
  3. Klinische Erkrankung (Die rote Zone): Hier überschreiten die Beschwerden die medizinische Diagnoseschwelle (z.B. nach ICD-10/11). Symptome wie schwere Depressionen, Zwangsstörungen oder ausgeprägte Angststörungen machen eine Heilbehandlung notwendig. In diesem Bereich ist die Psychologische Psychotherapie oder ärztliche Behandlung das Mittel der Wahl und unverzichtbar.

 

Psychologische Beratung und Psychotherapie: Ein starkes Team

Im deutschen Gesundheitswesen hat die Psychotherapie (Richtlinienverfahren) den klaren Auftrag der Heilung von psychischen Erkrankungen. Die psychologische Beratung hingegen hat einen anderen, ebenso wichtigen Auftrag: Sie stärkt die Kompetenz zur Lebensbewältigung in herausfordernden Phasen.

Ich verstehe mein Angebot bei Inconsilio als komplementäres Angebot, mit einem klaren Schwerpunkt

 

Der Hypnosystemische Ansatz: Die verbindende Brücke

Warum habe ich als Schwerpunkt die hypnosystemische Beratung nach Dr. Gunther Schmidt gewählt?

Weil dieser Ansatz auf einzigartige Weise die Lücke zwischen klassischer Beratung und therapeutischer Tiefe schließt, ohne dabei die Grenze zur Heilbehandlung zu verwischen.

Hypnosystemik ist eine Verbindung aus systemischer Arbeit und modernen Hypnotherapie-Konzepten (Milton Erickson). Sie eignet sich hervorragend für das Zusammenspiel von Beratung und Therapie:

    1. Ressourcenorientierung statt Pathologie: Selbst wenn Symptome belasten, fokussieren wir uns darauf, welche unbewussten Kompetenzen in Ihnen schlummern. Wir fragen nicht nur: „Was fehlt Ihnen?“, sondern „Was brauchen Sie, um wieder Zugang zu Ihrer Kraft zu finden?“
    2. Ganzheitliche Wirkung: Reine Gespräche erreichen oft nur den Verstand. Durch hypnosystemische Methoden (Arbeit mit inneren Bildern, Seitenmodelle, Körperwahrnehmung) erreichen wir auch das unbewusste Erleben. Dies ermöglicht oft schnelle Entlastung in akuten Krisen – ein Ansatz, der auch begleitend zu einer medizinischen Therapie sehr wertvoll sein kann.
    3. Kooperation auf Augenhöhe: Wir arbeiten transparent und partnerschaftlich. In der hypnosystemischen Haltung sind Sie der Experte für Ihr Erleben. Wir liefern den Prozess, damit Sie Ihre individuelle Lösung finden.

 

Dieser Beitrag soll Ihnen aber nicht nur meine Haltung zur Psychologischen Beratung wiedergeben. Vielmehr möchte ich Ihnen auch Orientierung bei den grundsätzlichen Möglichkeiten (Therapien) und Beeinträchtigungen (Störungen) geben.

 

 

Orientierung im Dschungel der Psychologie – Mein Blog für Sie

Damit dies gelingt, ist Wissen der erste Schritt zur Besserung. Ich möchte, dass Sie verstehen, was psychisch passiert und welche Hilfen es gibt.

Deshalb finden Sie in der Rubrik „Wissens-Wert“ neben diesem Grundlagenartikel zwei weitere große Bereiche zur Orientierung – ganz unter dem Motto „Einfach erklärt“:

 

  1. Überblick über die wesentlichen psychologischen Therapieansätze (8 Beiträge): Hier stelle ich Ihnen verschiedene Schulen vor – von der Psychoanalyse bis zu humanistischen Verfahren wie der Gestalttherapie oder der Logotherapie nach Viktor Frankl. Ich erkläre, wie dort gearbeitet wird und worauf der Fokus liegt, damit Sie einschätzen können, was zu Ihnen passt.
  2. Häufig vorkommende psychologische Störungen (12 Beiträge): Vom Persönlichkeits-Störungen bis zu Stressbedingten Störungen. Ich beschreibe verständlich, wie sich diese Störungen entwickeln, welche Symptome (wie z.B. Herzklopfen bei Panik ) typisch sind und welche Behandlungswege existieren.

 

Sorgen Sie gut für sich

Ob Beratung bei mir oder eine weiterführende Therapie – entscheidend ist, dass Sie Unterstützung erhalten, die Ihrer Situation angemessen ist.

Wenn Sie merken, dass Sie sich in der „Zone der Beratung“ befinden – also belastet, aber noch handlungsfähig sind – lade ich Sie ein, gemeinsam mit mir an Ihrer Stabilität zu arbeiten. Psychische Gesundheit bedeutet nicht, alles allein schaffen zu müssen, sondern die richtigen Werkzeuge zur richtigen Zeit zu nutzen.

 

 

Kognitive Verhaltenstherapie

Wir denken, also sind wir. Bereits Philosoph Descartes hatte das treffend beschrieben – trotzdem sollten wir uns nicht immer von unseren Gedanken leiten lassen. Diesem Grundsatz folgen vor allen kognitive Therapieansätze. Falsche, oft negative Glaubenssätze über uns und Dinge, die uns widerfahren, können dazu führen, dass Verhalten auf falschen Annahmen beruht und psychische Probleme verursacht. Diese negativen Muster können in der Therapie identifiziert und aufgelöst werden. In behavioralen Therapien soll nicht hilfreiches Verhalten direkt durch positives Verhalten ersetzt werden.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick über die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie gehört zu den am häufigsten angewandten und wissenschaftlich am besten untersuchten Therapieformen – und ist dabei sehr alltagsnah: Im Mittelpunkt steht, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Häufig halten uns automatische Bewertungen („Ich schaffe das nicht“, „Ich darf keinen Fehler machen“) und erlernte Strategien kurzfristig über Wasser, verstärken langfristig aber Stress, Ängste oder depressive Stimmung. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie KVT funktioniert, wie eine Sitzung typischerweise abläuft und welche Methoden eingesetzt werden – zum Beispiel das Erkennen und Prüfen von Denkmustern, Verhaltensübungen, Exposition bei Ängsten oder der Aufbau hilfreicher Routinen. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Wie wird in kognitiven Therapien gearbeitet?

In kognitiven sowie Verhaltenstherapien gibt es keine klassische Therapeuten-Analyse-Situation auf der Couch. Vielmehr geht es darum, gemeinsam als Therapeut und Klient hilfreiche Verhaltensmuster zu erarbeiten und vorhandene Probleme zu diskutieren. Dabei ist die Beziehung flexibel gestaltet und als wechselseitig anzusehen. Der Klient nimmt stets eine aktive Rolle für die Problemlösung ein. Durch diese Art der Therapie auf Augenhöhe kann der Klient sein Problemverhalten aus einer anderen Perspektive sehen und der Therapeut Handlungen verstärkt werden, die dem Klienten guttun.

 

Bei welchen Störungen werden kognitive Therapien häufig angewendet?

Im Allgemeinen können kognitive und Verhaltenstherapien immer dann angewendet werden, wenn das Problem dem Klienten bewusst ist und sich ein klares Problemverhalten oder problematische Gedankenmuster zeigen. Der Klient sollte Einsicht und einen Änderungswunsch seiner Gedanken und Verhaltensweisen besitzen. Klassische Störungsbilder für derartige Therapien sind bspw. affektive Störungen wie Depressionen, Zwangsstörungen oder Angststörungen sowie Suchterkrankungen.  

 

Wo sind die Grenzen von kognitiven Therapien?

Bei kognitiv/behavioralen Therapien ist eine Voraussetzung für den Erfolg der Therapie, dass eine Einsicht in das Problemverhalten besteht bzw. der Klient dieses auch reflektieren kann und im Alltag ändern möchte.  Für den Klienten bedeutet eine solche Therapie also viel emotionale Arbeit, auch nach den Therapiesitzungen im Alltag. Das Reflektieren von jahrelang akzeptierten Glaubenssätzen und Verhaltensweisen kann außerdem destabilisierend sein und auch mal eine emotionale Achterbahnfahrt bei alltäglichen Handlungen verursachen.

 

 

Welche speziellen Therapieformen werden unterschieden?

 

Verhaltenstherapie / behaviorale Therapie

Dem Kind ein Stück Schokolade für sein gutes Benehmen geben, den Hund mit besonders hoher Stimme loben oder für den fünften Kaffee im Stempelheft einen umsonst bekommen- all das sind Techniken der positiven Konditionierung, die bei der Verhaltenstherapie zentral sind. Hierbei wird ein vorher neutraler Reiz (zb. das Hinsetzen des Hundes) mit einer Belohnung verbunden (zb. ein Lob oder Leckerchen), das für zukünftiges Verhalten als Verstärker dient. Auch bei Phobien, ADHS, Suchterkrankungen oder Zwangserkrankungen kann gutes Verhalten so (auch selbst) vom Klienten verstärkt und vermeidendes Verhalten langsam abgebaut werden.

 

Kognitive Therapie

Diese Therapieform setzt an negativen Gedanken als Wurzel des psychischen Übels an: negative Gedanken über uns selbst, die Welt oder über die Zukunft können verzerrte Wahrnehmungen im Alltag erzeugen und so Erfahrungen und Gedanken weiter verschlechtern. Die kognitive Therapie versucht diesen Kreislauf durch Gespräch und Reflexion zu durchbrechen und irrationale und rationale Gedanken ausfindig zu machen. So kann durch die Änderung der (negativen) Gedanken und der Grundeinstellung auch das negative Verhalten verändert werden.

 

Kognitive Verhaltenstherapie

Hier werden nun Strategien aus behavioralen und kognitiven Therapieformen zusammengefasst: Es gilt, die Gedanken, Handlungen und Gefühle des Klienten sichtbar zu machen, um herauszufinden, wie diese die Handlungen beeinflussen. Bei den Kreisläufen aus negativen Gedanken und Verhaltensmuster sollte dann in der Therapie angesetzt werden. Therapeut und Klient lernen also nach und nach, wie die Gedanken des Klienten seine Wahrnehmungen und Handlungen beeinflussen und der Therapeut kann so immer besser unterstützende Strategien an die Hand geben und mit dem Klienten während der Therapie einüben. Auch zwischen den Therapien beobachtet der Klient seine Gedanken und Handlungen, bspw. mit Protokollen.

 

Dritte Welle- Therapien

In der “dritten Welle” der Psychotherapie geht es darum, Gedanken zu eliminieren, die für den Klienten nicht förderlich ist. In der Akzeptanz und Commitment-Therapie (ACT) beispielsweise soll die Beziehung zu den eigenen Gedanken positiv verändert werden. Eigene Werte, die Akzeptanz der eigenen Gedanken und das wertfreie Beobachten des eigenen Selbst sind weitere Komponente dieser Therapieform. Eine weitere Therapieform stellt die Dialektisch-behaviorale Therapie dar. Diese ist vor allem für Menschen mit starken Persönlichkeitsstörungen emotionaler Art konzipiert. Hierbei werden Skills trainiert, die sich um die Wahrnehmung der eigenen Emotionen, des respektvollen Umgangs mit Anderen, der Stresstoleranz sowie der Regulierung der eigenen Gefühle drehen.

 

Kognitive Prozesstherapie (CPT)

Diese Therapieform richtet sich vordergründig an Menschen, die unter den Folgen schwerer Traumatisierungen, einer sog. Posttraumatischen Belastungsstörung, leiden. Die Therapie hilft dem Klienten, nicht hilfreiche Blockadepunkte (bspw. Gefühle der Hilflosigkeit und Selbstwertprobleme) zu erkennen, die die Symptome der Belastungsstörung aufrechterhalten. Sie lernen, ihr Trauma in der jetzigen Situation zu überdenken und verzerrende Gedanken neu zu strukturieren. So können Klienten künftige Gedanken selbst bewerten lernen und erkennen, ob diese hilfreich sind oder ein Relikt aus der Zeit der Traumatisierung.

 

Rational- emotive Verhaltenstherapie (REVT)

„Ich Idiot habe schon wieder das Essen anbrennen lassen. Was kann ich eigentlich?“ Solche negativen Gedanken sind klassische Inhalte bei der rational-emotiven Verhaltenstherapie. Anhand des ABC-Modells, nachdem ein aktivierendes Event beliefs (Überzeugungen) verursacht und c Konsequenzen nach sich zieht, lernen Klienten, wie ihre negativen Gefühle durch die eigenen Bewertungen der Situation zustande kommen. In der Therapie gilt es, diese Bewertungen aufzulösen und effektivere Gedanken und Gefühle zu erarbeiten. Diese Therapieform kann besonders bei Angststörungen und Phobien hilfreich sein.

 

Wie lange dauern kognitive Therapien im Durchschnitt?

Im Gegensatz zu psychoanalytischen Therapien sind kognitive und behaviorale Therapien als Kurzzeittherapien angesetzt. Hierbei ist die Dauer von der individuellen Symptomschwere und der persönlichen Annahme der Therapieinhalte abhängig. So kann es einem Klienten schon nach einigen Sitzungen besser gehen- während ein anderer eine Therapie über Monate benötigt. Üblich sind wöchentliche Sitzungen, auch dies ist aber von der Symptomschwere des Klienten abhängig. Die Krankenkasse bewilligt hierbei die Sitzungen, die von dem Therapeuten bzw. Arzt angeordnet werden.

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

 

 

Kognitive Verhaltenstherapie – gesundheitsinformation.de

 Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie- Neurologen und Psychiater im Netz

Verhaltenstherapie- netdoktor.de

 

Therapeutensuche

Wenn Sie an einer (kognitiven oder behavioralen) Psychotherapie interessiert sind, kann ihnen die Therapeutensuche des BDP, des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, weiterhelfen. Kontakte zu Psychotherapeuten finden Sie unter folgendem Link:

Zur Therapeutensuche

 

Buchempfehlungen

 

Kognitive Verhaltenstherapie leicht gemacht – von Seth J. Gillihan

 Rational-Emotive Verhaltenstherapie – von Albert Ellis, Debbie Joffe Ellis

 

Systemische Therapie

Wir alle sind täglich Teil eines Systems- der Familie, des Berufsumfelds oder unter Freunden. In der systemischen Therapie wird daher nicht nur der Klient allein betrachtet, sondern die wechselseitige Beeinflussung des Systems mit dem Klienten auch berücksichtigt. Je nachdem, wie das Problem des Klienten ausgelegt ist, können dann fragen entstehen wie: „Wie wird innerhalb der Familie miteinander gesprochen?“, „Was für unausgesprochene Regeln gelten im Freundeskreis?“ oder „Welche Bedürfnisse werden im Schulkontext von System und Klient erfüllt?“. In dem allen Beteiligten die Interaktion und der Umgang miteinander deutlich gemacht wird, kann eine Basis geschaffen werden, um gemeinsam positive Veränderungen herbeizuführen.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick über die Systemische Therapie. Statt nur auf „das Problem“ zu schauen, richtet dieser Ansatz den Blick auf Beziehungen, Rollen und wiederkehrende Muster – also darauf, wie wir in Familie, Partnerschaft, Beruf oder anderen sozialen Systemen miteinander wirken. Oft entsteht Entlastung schon dann, wenn sichtbar wird, welche Dynamiken Stress verstärken, welche Ressourcen bereits da sind und welche kleinen Veränderungen große Wirkung haben können. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Systemische Therapie ausmacht, wie eine Sitzung typischerweise abläuft und für welche Anliegen sie besonders geeignet sein kann. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Was genau bedeutet „systemisch“?

Aufgrund unserer Natur als Menschen als soziale Wesen, können wir nicht ohne den Einfluss von und auf unser soziales Umfeld gesehen werden- das ist die Perspektive der systemischen Therapien. Es müssen neben biologischen und Einflüssen der Vergangenheit auch soziale Einflüsse mitbetrachtet werden. Was den weiteren Begriff anbelangt, gibt es verschiedene Definitionen und Strömungen einer systemischen Therapiearbeit. Hierbei spielen Überlegungen über das Gleichgewicht innerhalb eines sozialen Gefüges, der Autonomie und wie der Therapeut in die Selbstorganisation mit der Therapie eingreift, eine Rolle.

 

Wie wird in der systemischen Therapie gearbeitet?

In der Therapie geht es für den Klienten nicht darum, den Ursprung einer Störung herauszufinden. Störungen werden in der systemischen Perspektive als ein Symptom für ein Problem im Miteinander gesehen und erfüllen somit einen wichtigen Zweck. Der Therapeut möchte daher mit dem Klienten den Zweck der Störung aufdecken und die Rollen, die Probleme und Bedürfnisse innerhalb des Systems aufzeigen. Eine Methode stellen sog. zirkuläre Fragen dar, bei denen der Klient in die Rolle eines Systemmitglieds versetzt wird und er so eine andere Perspektive einnimmt. Außerdem können Aufstellungen eingesetzt werden, die zb. der Familie die Struktur und Rollen der Mitglieder vor Augen führen kann.

 

 

Bei welchen Störungen werden systemischen Therapien häufig angewendet?

Der gemeinsame Bundesausschuss hat erst 2020 eine zwingende Kassenübernahme für systemische Therapien veranlasst und dabei medizinische Notwendigkeiten für einige Störungsbilder angegeben. Hierzu zählen Angst- und Zwangsstörungen, affektive Störungen wie depressive Episoden, psychische und Verhaltensstörungen durch Drogen, Essstörungen sowie schizophrene und psychotische Störungen.

 

Wo sind die Grenzen bzw. Risiken von systemischen Therapien?

Therapien haben allgemein hin das Ziel, bestimmte Probleme zu lösen, indem Veränderungen bewirkt werden. Innerhalb einer Organisation oder Familie kann das aber auch bedeuten, dass neue Spannungen entstehen oder Beziehungsprobleme sichtbar werden, die einen Bruch oder andere Veränderungen hervorrufen können. Allgemein sollte beim Begriff „systemische Therapie“ immer auf eine ausreichend fundierte Ausbildung des Therapeuten im Sinne einer Ausbildung als systemischer Psychotherapeut geachtet werden, da die systemischen Therapieformen in den letzten Jahren in vielen Variationen und Kontexten auftaucht und eine Qualitätssicherung und Vereinheitlichung nur durch eine entsprechende Qualifikation gesichert werden kann.

 

 

Welche speziellen Therapien werden bei systemischen Therapien unterschieden?

 

Systemische Familientherapie

Die systemische Familientherapie hat sich aus der Annahme entwickelt, dass Probleme nie als Eigenschaft von Einzelnen, sondern im Zusammenhang mit momentanen Bedingungen der Beziehungen und der Umwelt zu sehen sind. Das Ziel der Therapie ist, die Wahrnehmung der gesamten Familie sowie des Einzelnen im Hinblick auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Familie zu erweitern. Indem verschiedenen Perspektiven eingenommen werden, kann die Familie dazu angeregt werden, nicht förderliche Verhaltensweisen zu erkennen und Diese zu ändern.

 

Systemische Paartherapie

Die systemische Paartherapie basiert – ähnlich wie die Familientherapie – auf der Annahme, dass Schwierigkeiten in einer Partnerschaft weniger als „Schuld“ einer einzelnen Person zu verstehen sind, sondern als Ergebnis wiederkehrender Interaktions- und Kommunikationsmuster. Ziel ist es, diese Muster sichtbar zu machen und die Beziehung als gemeinsames System besser zu verstehen: Welche Erwartungen, Bedürfnisse und Verletzlichkeiten treffen aufeinander? Welche Regeln und Rollen haben sich im Alltag eingeschlichen? Durch Perspektivwechsel, z. B. mithilfe zirkulärer Fragen, Genogrammarbeit oder der Arbeit mit Ressourcen und Ausnahmen, können neue Handlungsmöglichkeiten entstehen. Paare werden dabei unterstützt, ihre Stärken wiederzuentdecken, Konflikte konstruktiver zu bearbeiten und tragfähige Vereinbarungen zu entwickeln – sei es, um Nähe und Vertrauen zu stärken oder um klarer zu entscheiden, wie es mit der Beziehung weitergehen soll.

 

Systemische Einzeltherapie

Auch für den Einzelnen können Methodiken der systemischen Arbeit Vorteile bieten. Hierbei geht es darum, die Symptome, die der Klient in die Therapie mitbringt, in den Zusammenhang mit seiner Arbeits-, Freundes- oder Familiengefüges zu setzen. Der Klient kann so erkennen, dass seine Symptome ein Ausdruck der täglichen Kommunikation mit seiner Umwelt sind und daraus auch Lösungsmöglichkeiten ableiten. Der Therapeut versucht hier durch zb. zirkuläre Fragen, Ressourcenorientierung und Vereinbarungen von Teilzielen den Klienten bei der Lösungsfindung zu unterstützen.

 

Systemische Familienmedizin

Nicht nur psychische, sondern auch körperliche Krankheiten können unser Familiengefüge beeinflussen – und von ihr beeinflusst werden. Im Zentrum der systemischen Familienmedizin steht daher, wie das Leid eines Familienmitglieds durch körperliche Krankheit die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb einer Familie beeinflusst und was dies wiederum für einen Einfluss auf das Leben des kranken Familienmitglieds hat. Hierbei arbeiten Mediziner und Experten aus den psychosozialen und sozialdienstlichen Bereichen zusammen, um Familien über die körperliche Gesundheit hinaus zu unterstützen.

 

Systemisches Coaching

Das systemische Coaching stellt einen nicht-klinischen, dynamischen Ansatz der systemischen Beratung dar. Das heißt, dass Einzelpersonen hier hinsichtlich ihrer individuellen Ziele im Leben innerhalb ihres Jobgefüges oder einem anderen System, ihrer Kompetenzen und Wünsche unterstützt werden. Der Coach hilft dem Klienten, die eigenen Kompetenzen und Anforderungen seiner Umwelt zu reflektieren und die Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit des Klienten zu stärken. Es wird weiterhin gemeinsam geprüft, was bestimmte gewünschte Veränderungen für Auswirkungen für das Umfeld und die Zukunft des Klienten haben könnten, um so eine Lösung zu erarbeiten, die dem Klienten vor allem Orientierung aufzeigt.

  

Systemische Organisationsberatung

Eine Organisation, zum Beispiel im Arbeitskontext, kann komplexe und im Alltag oft komplizierte Strukturen haben, in denen die Einzelperson oder die gesamte Organisation Probleme bei der effektiven Umsetzung ihrer Ziele haben kann. Bei dieser Form der Beratung geht es aber weniger um ein klar begrenztes Ziel in der Gegenwart, sondern eher um eine langfristige Problemlösung im Hinblick auf eine zielführende Entwicklung der Organisation. Dabei sollen die Werte und Arbeitskultur stets im Blick gehalten werden. Der Coach reflektiert in der Beratung Kommunikationsbarrieren in bestimmten Hierachie-Ebenen und versucht, Potentiale bei Mitgliedern oder Mitarbeitern zu identifizieren, die der Organisation so langfristig weiterhelfen können. Dabei geht es darum, die Waage zu halten im Hinblick auf neue Innovationen und Traditionen und Werte der Organisation, um die Struktur von Sicherheit und Gemeinschaft innerhalb der Organisation beizubehalten.

 

 

Wie lange dauern systemische Therapien im Durchschnitt?

Im Allgemeinen können auch im systemischen Bereich durch unterschiedliche Kontexte und individuelle Problemstellungen keine einheitlichen Aussagen über eine durchschnittliche Therapiedauer getroffen werden. Beispielhafte Aufstellungen von Kassenleistungen in den systemischen Therapien zeigen, dass im Durchschnitt 36 Stunden als Langzeittherapie, d.h. deutlich weniger als in anderen sog. Richtlinienverfahren der Psychotherapie, von den Krankenkassen übernommen werden.

 

 

Therapeutensuche

Wenn Sie an einer systemischen Psychotherapie interessiert sind, kann ihnen die Therapeutensuche im systemischen Psychotherapieverzeichnis der Website therapeutenfinder.de helfen, Kontakt mit einem systemischen Therapeuten oder Berater aufzunehmen. Diese finden Sie unter folgendem Link:

Zur Therapeutensuche

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

 

 

Systemische Therapie – NOVEGO

Systemische Arbeit, Familientherapie, Systemisches Coaching uvm. – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung & Familientherapie e.V.

Systemische Therapie – netdoktor.de

Systemisches Coaching – systemischegesellschaft.de

 

Buchempfehlungen

Systemische Beratung und Familientherapie – kurz, bündig, alltagstauglich

Rainer Schwing, Andreas Fryszer

 

Psychodynamische Therapie – Einfach erklärt

Bei einer Psychotherapie denkt so mancher direkt an die klassische Couch, bei der sich der Klient bei einem bärtigen, stirnrunzelnden bebrillten Mann das Herz ausschüttet. Diese Situation wird man wohl am ehesten bei der Urform der Psychotherapie vorfinden – den psychodynamischen, oder heute eher tiefenpsychologisch fundierten Therapien.  Hierbei gilt es, gemeinsam mit dem Therapeuten die eigene unbewusste Psyche zu ergründen- und wie verdrängte Gefühle und Gedanken das Verhalten im Alltag beeinflussen können.
Gerlinde BarettonDie psychodynamische Therapie geht der Frage nach, warum sich bestimmte Gefühle, Konflikte oder Beziehungsmuster immer wiederholen – und welche unbewussten Erfahrungen dahinterwirken können. Oft sind es frühe Prägungen, innere Loyalitäten oder alte Schutzstrategien, die einst sinnvoll waren, heute aber im Alltag belasten: etwa in Partnerschaft, Beruf, Selbstwert oder im Umgang mit Stress. In diesem Beitrag erhalten Sie eine verständliche Orientierung, was psychodynamische Therapie ausmacht, wie eine Behandlung typischerweise abläuft und für welche Anliegen sie besonders geeignet sein kann. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Was sind die Schwerpunkte der psychodynamischen Therapien? Oder: Wie wird in der psychodynamischen Therapie gearbeitet?

Innerhalb der psychodynamischen Behandlung ist es die Aufgabe des Therapeuten zunächst aufmerksam zuzuhören, wenn der Klient seine Probleme schildert. Aus beschriebenen Verhaltensmustern und der Reaktion auf Rückfragen kann er im besten Fall unbewusste Gefühle des Klienten ableiten. Oft werden emotionale Problemsituationen aus der Kindheit beleuchtet, die damals nicht bewusst verarbeitet werden konnten und somit verdrängt wurden. Eine Technik kann hier die Traumanalyse darstellen, bei der Träume nach unbewussten Emotionen interpretiert werden. Eine freie Assoziation kann durch spontane, ungeordnete Antworten des Klienten zeigen, was dieser unbewusst denkt und fühlt, ohne vorher zu sehr durch Nachdenken einzugreifen. Während der psychodynamischen Therapie gilt das Prinzip der Übertragung – Gefühle, die aus vergangenen Konflikten zum Vorschein kommen, sollen auf den Therapeuten übertragen und so dem Klienten zur Verarbeitung gespiegelt werden.

 

Bei welchen Störungen werden psychodynamische Therapien häufig angewendet?

Grundsätzlich können psychodynamische Therapien für fast alle Störungsbilder Anwendung finden- bei einigen bietet sich aber eine Kombination mit anderen Therapieformen an. Bei Ess-, Angst- oder Zwangsstörungen bieten sich Kombinationen mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen an, da hier das bewusste Verhalten als Problematik im Vordergrund steht. Ist die Problematik noch nicht greifbar oder fällt es dem Klienten schwer, konkret über seine Probleme zu sprechen, ist die psychodynamische Psychotherapiearbeit sinnvoll. Bei der Behandlung von Traumata und Folgestörungen wird von psychodynamischen Behandlungsmethoden eher abgeraten, da diese als unbewusste Konfrontation auch destabilisierend auf das Gefühlsleben und den Alltag wirken können.

 

Freud und Leid- was sind die Grenzen psychodynamischer Ansätze?

Psychodynamische Ansätze können unbewusste Konflikte sichtbar und bearbeitbar machen. Konkrete Verhaltensanleitungen und -bearbeitungen können in der psychodynamischen Therapie aber nicht gegeben werden.  Besonders in der Psychoanalyse ist unbedingt auf eine fundierte klinische Ausbildung des Therapeuten zu achten, da die Interpretation der Gefühle des Klienten eine große Verantwortung ist und immer durch die Sichtweise des Therapeuten geprägt ist. Durch die aktive Rolle des Therapeuten muss hier auch die Gefahr für Suggestionen durch den Therapeuten genannt werden, wenn Erinnerungen nicht völlig durch den Klienten zugänglich sind.

 

 

Welche psychodynamischen Therapien gibt es?

 

Psychoanalyse

Der österreichische Arzt Sigmund Freud entwickelte diese Therapieform in den frühen 1900er Jahren. Damals wie heute liegt der Patient klassischerweise auf der Couch, während der Therapeut hinter oder neben ihm sitzt. Während der Therapie kommen Techniken wie die Traumdeutung und Freie Assoziation zum Einsatz, um unbewusste Konflikte und verdrängte Erinnerungen zum Vorschein zu bringen. Hierdurch sollen depressive oder Angstsymptome, die durch verdrängte Traumata entstehen, aufgelöst werden. Dieses Verfahren richtet sich an Menschen mit einer stabilen Psyche, da die Behandlung das gesamte innere Glaubenssystem neu aufbaut und sich über Jahre strecken kann.

 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

 Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist weniger intensiv und für die Bearbeitung von Gegenwartsproblemen geeignet. Hierbei gilt es, Konflikte und Emotionen aus der Kindheit hervorzuholen und diese kritisch zu hinterfragen: Sind Handlungsmuster, die daraus heute entstehen noch zeitgemäß? Sorgen einzelne Gedanken und Konflikte aus der Kindheit dafür, dass man nicht nach seinen aktuellen Bedürfnissen handelt?  Bei dieser Therapieform wird sich im Gegensatz zur Psychoanalyse während der Sitzung gegenübergesessen und die Probleme im Hier und Jetzt besprochen.

 

 Jung’sche Therapie

Auch Carl Jung teilte die Auffassung des Unbewussten, in dem sich Konflikte verbergen können. Allerdings werden persönliche Erinnerungen in der analytischen Therapie nach Jung als Teil eines größeren Ganzen gesehen- kulturelle Erfahrungen und Symbole der menschlichen Spezies werden im sogenannten kollektiven Unbewussten gespeichert. Neben diesen werden mit Schattenanteilen (Gefühle, die wir vor Anderen verbergen) Anima (jeweils gegensätzlich männlichen/weiblichen Anteilen bei Männern und Frauen) sowie der Persona (das äußere Bild, das andere Menschen von uns haben) gearbeitet. Auch hier kommen Assoziationen (hier: zu Wörtern) und die Traumanalyse bei der Therapie zum Einsatz.

 

Selbstpsychologie

Die selbstpsychologische Therapie nach Kohut ist eine zeitgenössiche Form der Psychonanalyse. Hierbei gilt es, versäumte Erfahrungen von Unterstützung und Empathie in der Kindheit aufzuarbeiten und zu verstehen, wie Sie die jetzigen Beziehungen beeinflussen. Der Therapeut nimmt dabei eine aktive Rolle zur Unterstützung ein, damit der Klient seine Bedürfnisse und die seiner Mitmenschen erkennen und das Selbstbewusstsein entwickeln kann, diese in seinen Beziehungen umzusetzen.

 

Transaktionsanalyse

Bei dieser Therapieform wird ein etwas anderer Schwerpunkt gesetzt: hier wird sich die Interaktion der Person mit Anderen angeschaut. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch aus einem kritischen oder fürsorglichen Eltern-Zustand, einem rationalen, gegenwärtigen Erwachsenenzustand und einem kindlichen Zustand handeln kann. Konflikte können entstehen, wenn gleichzeitig mehrere Zustände aktiviert werden oder bspw. kindliche Zustände nicht mehr angemessen sind. Der Therapeut macht diese Vorgänge dem Klienten begreiflich und erarbeitet mit dem Klienten ein ihm förderliches Handlungsmuster auf Basis des Erwachsenenzustands.

 

 

Weiterführende Links

Wenn Sie sich weiter über psychodynamische Therapieformen informieren möchten, empfehlen wir folgende Links:

Tiefenpsychologisch fundierte Therapie – netdoktor.de

Selbstpsychologie – freud-museum.at

Analytische Psychologie nach Jung – DGAP Deutsche Gesellschaft für analytische Psychologie e.V.

Transaktionsanalyse – transaktionsanalyse-online.de

Allgemeines zu psychodynamischen Therapien – springermedizin.de

 

Therapeutensuche

Wenn Sie an einer (tiefenpsychologisch fundierten oder psychoanalytischen) Psychotherapie interessiert sind, kann ihnen die Therapeutensuche der DGPT, der deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V., weiterhelfen. Kontakte zu Psychotherapeuten finden Sie unter folgendem Link:

Zur Therapeutensuche

 

Buchempfehlung

(Eine allgemeine  Buchempfehlung finde ich persönlich bei den Therapieformen nicht sinnvoll, da die meisten Bücher für PsychotherapeutInnen geschrieben sind und so weniger informieren als vielmehr verwirrend und mit Fachchinesisch daherkommen. Hier einige Empfehlungen zu einzelnen Konstrukten aus der Psychoanalyse: )

Abriss der Psychoanalyse Freud, 2010    Unbewusstes Gödde & Buchholz (2011)

 

Pharmakotherapie – Einfach erklärt

Eine Pille und die Probleme sind verschwunden- so einfach würde man sich die Behandlung psychischer Erkrankungen wünschen. Leider ist die in der Praxis weitaus komplexer. In der Pharmakotherapie wird schwerpunktmäßig mit der Gabe von Medikamenten gearbeitet, um über den Eingriff in das neuronale Übertragungssystem auf die psychische Erkrankung oder auf   akute Symptome einzuwirken. Die Gabe von Medikamenten sollte stets unterstützend und erst nach Ausschöpfung anderer Therapieformen wie Gesprächstherapie erfolgen, da die Nebenwirkungen für den Körper oft stark sein können.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag umfasst sehr viele Aspekte. Pharmakotherapie – also die Behandlung mit Medikamenten – kann bei vielen psychischen und körperlichen Beschwerden ein wichtiger Baustein sein: Sie kann Symptome lindern, Stabilität geben und manchmal überhaupt erst den Raum schaffen, damit Gesprächstherapie, Alltag und Selbstfürsorge wieder greifen. Gleichzeitig tauchen verständlicherweise Fragen auf: Wann ist der Einsatz sinnvoll? Welche Wirkstoffgruppen gibt es? Mit welchen Wirkungen und Nebenwirkungen ist zu rechnen – und worauf sollte man bei Dosierung, Dauer und Absetzen achten? In diesem Beitrag gebe ich Ihnen eine Orientierung. Beachten Sie: Psychologische Berater dürfen keine Medikamente verschreiben oder empfehlen! Das müssen Sie gemeinsam mit einer Ärztin/Arzt oder Therapeut:in besprechen. Dieser Artikel gilt daher ausschließlich dem Grundverständnis.“

Wie wirken Psychopharmaka?

Medikamente, die auf neurobiologischer Ebene auf die Psyche einwirken können, werden Psychopharmaka genannt. Hierbei werden komplexe Veränderungen in der Hirnchemie in Gang gesetzt. Das Medikament wirkt auf sog. Neurotransmitter im Gehirn, welche als Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin oder Noradrenalin auf unsere Stimmung wirken. Bei der Behandlung von Depressionen mit Antidepressiva beispielsweise wird das Serotonin daran gehindert, von einer Nervenzelle zur anderen übertragen und abgebaut zu werden und verbleibt so länger im Nervensystem. So können Antidepressiva bei Depressionen, Angst- oder Panikstörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen helfen, das fehlende Serotonin zu erhöhen und die Stimmung und die Aktivität zu heben.

 

Welche Psychopharmaka gibt es und wann werden Sie verschrieben?

Diese Aufstellung gibt einen Überblick über übliche Verwendungsweisen von Psychopharmaka bei psychischen Erkrankungen, hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann in der Praxis individuell abweichen.

 

Kategorie Anwendung bei Wirkungen Nebenwirkungen
Antidepressiva Depressionen, gedrückter Stimmung, Angststörungen Bessern Stimmung und Wohlbefinden, steigern Antrieb und Optimismus Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schlafprobleme, Kopfschmerzen
Antipsychotika Schizophrenien, Psychosen, Halluzinationen, Stimmungsschwankungen Stabilisieren die Stimmung, sorgen für klareres Denken, verringern Halluzinationen Emotionale Labilität wie Reizbarkeit, muskuläre Effekte (Zucken), verringerte/ gesteigerte Körpertemperatur, Schwindel
Angstlöser Angststörungen, Panikstörungen, Zwangsstörungen, Phobien Verbessert Stressumgang, senkt die Muskelspannung, verbessert Emotionsregulation Schwindel und Gleichgewichtsprobleme, Koordinationsschwierigkeiten, Rückzugssymptome, Sprachprobleme
Stimmungsstabilisierende Mittel Bipolare Störungen, allgemeine Stimmungsprobleme im Rahmen anderer Erkrankungen Reduzieren manische Zustände, bessern Depressionen Gewichtszunahme, verringerte emotionale Reaktionen, Mundtrockenheit, Hautprobleme, Ruhelosigkeit
Stimulanzien ADHS, Tagessschläfrigkeit Verbessert Konzentration und Aufmerksamkeit, Energiesteigerung Angstzustände, Schlaflosigkeit, Appetitveränderungen, Gewichtsabnahme, Kieferspannungen
Schlafmittel Schlafstörungen Verbessert die Einschlaf-/Durchschlaffähigkeit Tagesschläfrigkeit, Toleranzentwicklung und Abhängigkeit, Erinnerungsverlust

 

 

Wer darf Medikamente verschreiben- und wann sollte man es nicht tun?

In Deutschland dürfen ausschließlich praktizierende Ärzte, also Personen, die ein Medizinstudium abgeschlossen haben, Pharmakotherapie anordnen und verschreiben. In der Psychotherapie gilt es daher für eine gewünschte Pharmakotherapie einen Psychiater, also einen Arzt mit einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Facharztweiterbildung, aufzusuchen.

Ein Psychiater sollte dann Medikamente oder eine andere Art der pharmakologischen Therapie anordnen, wenn er/ Sie den Nutzen durch den Eingriff in das neurobiologische System des Patienten im Vergleich zu dem Schaden durch Nebenwirkungen gesetzt und für ausreichend bewertet hat. Als Patient sollten Sie vor der Einnahme über Risiken und Nebenwirkungen des Medikaments aufgeklärt worden sein. Wenn möglich sollte eine Pharmakotherapie nur dann angesetzt werden, wenn die Wirkung unmittelbar erfolgen soll und eine Behandlung mit Psychotherapie nicht (mehr) ausreichend ist, um die Symptome der psychischen Erkrankung zu behandeln.

 

Welche pharmakologischen Therapien gibt es außerdem?

Neben der klassischen Medikamentengabe gibt es einige Behandlungsverfahren, die in das neurobiologische System des Patienten eingreifen und bei besonders schwerer psychischer Symptomatik eingesetzt werden.

  

Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Diese Therapieform wird bei schwer depressiven Patienten, die den ausdrücklichen Wunsch zur Therapie äußern sowie bei therapieresistenten Wahnerkrankungen und neurologischen Störungen eingesetzt. Bei der Therapie wird ein Krampfanfall im Gehirn ausgelöst, indem Stromimpulse über Elektroden an die Kopfhaut abgegeben werden. Während der Behandlung wird eine kurze Bewusstseinsunterbrechung durch Medikamente verursacht und Atmung, Herzschlag und Blutdruck überwacht. Diese Therapieform gilt als sehr sicher und nebenwirkungsarm. Typischerweise ist die Behandlung nach 6-18 Behandlungen abgeschlossen.

 

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Bei der transkraniellen Magnetstimulation werden in sich wiederholenden, kurzen Abständen Magnetimpulse über die Kopfhaut abgegeben. Dabei können gezielt bestimmte Gehirnareale angesteuert werden, je nach Stärke und Art der psychischen Erkrankung. Bei einer Depression werden Areale im linken vorderen Gehirn stimuliert während bei bspw. bei akustischen Halluzinationen der linke mittlere Bereich des Hirns stimuliert werden kann. Diese Therapieform ist sehr gut verträglich, es ist keine Betäubung notwendig und auch nur leichte Nebenwirkungen wie Kopf- oder Nackenschmerzen bekannt.

 

 

Psychochirurgie

Die Psychochirurgie hat eine lange Geschichte in der Medizin- Anfang des 1900 Jahrhunderts ging man davon aus, dass viele Verhaltensstörungen und psychische Alltagsleiden durch Eingriffe wie Lobotomien geheilt werden können. Da diese Eingriffe oft persönlichkeitsverändernd waren oder andere schwerwiegende Nebenwirkungen hatten, wurde immer mehr auf die Therapie mit Medikamenten gesetzt. Heute werden hirnchirurgische Eingriffe bei besonders schweren psychischen Erkrankungen eingesetzt. Dabei werden zb. Operationen an der Amygdala, des Zentrums für Emotionen, Angst- aber auch Kreativität und Spontanität- durchgeführt, was auch heute noch zu persönlichkeitsverändernden Zuständen führen kann.

 

Wie lange dauern pharmakologische Therapien im Durchschnitt?

Auch bei der pharmakologischen Behandlung psychischer Erkrankungen kann hierzu keine verallgemeinernde Aussage getroffen werden. Bei manchen Erkrankungen, die einzelne Episoden von Symptomen betreffen, wie Depressionen, bipolare Störungen oder Panikstörungen, kann eine vorübergehende Medikation bei schweren Symptomen unterstützend eingesetzt werden. Andere chronische Erkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen müssen dagegen dauerhaft zur Unterstützung einer lebenswerten, symptomfreien Alltagsführung durch Psychopharmaka begleitet werden. Im Zweifel entscheidet der behandelnde Psychiater oder der behandelnde Arzt ambulant oder akut in einer Klinik, welche Medikation wie lange eingesetzt werden sollte.

 

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

Was sind Psychopharmaka? – Neurologen und Psychiater im Netz

Psychopharmaka- therapie.de

Psychopharmaka- Medizinische Experten – leading medicine guide

 

Buchempfehlungen

 

Psychopharmaka- Kleine Helfer oder chemische Keule? Brigitta Bondy

Psychopharmaka- Ratgeber für Patienten und Angehörige Gerd Laux und Otto Dietmaier

 

Hypnosystemische Therapie Beratung

 Die hypnosystemische Therapie und Beratung bietet einen innovativen Zugang zu Veränderungsprozessen, der Ressourcenorientierung, systemisches Denken und die Kraft der Hypnotherapie verbindet. Ob in der Psychotherapie, im Coaching oder in der Organisationsberatung – der Ansatz hat sich in vielen Bereichen bewährt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wenn Sie neugierig geworden sind, lohnt es sich, tiefer einzusteigen und vielleicht selbst die Erfahrung mit dieser Arbeitsweise zu machen.

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag beschreibt die wesentlichen Facetten meiner psychologischen Beratung. Denn die hypnosystemische Therapie verbindet zwei erfolgreiche therapeutische Ansätze zu einem innovativen Gesamtkonzept. Entwickelt wurde dieser Ansatz maßgeblich von Gunther Schmidt am Milton-Erickson-Institut in Heidelberg. Er eignet sich für einen therapeutischen Zugang – ist auber auch offen für eine Beratung und ein Coachin im Vorfeld einer Therapie?  Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Vorab: Worum geht es bei systemischen Therapien?

Systemische Therapien betrachten psychische Probleme nicht isoliert in einer einzelnen Person, sondern verstehen sie im Kontext der Beziehungen und Systeme, in denen Menschen leben. Der Grundgedanke ist dabei: Wir sind alle Teil verschiedener Systeme – unserer Familie, unseres Arbeitsumfelds, unseres Freundeskreises. Diese Systeme beeinflussen uns, und wir beeinflussen sie.

In der systemischen Sichtweise entstehen Probleme oft durch ungünstige Wechselwirkungen innerhalb dieser Systeme. Eine Depression beispielsweise wird nicht nur als individuelles Problem gesehen, sondern auch im Zusammenhang mit den Beziehungsmustern, der Kommunikation und den Rollen betrachtet, die jemand in seinem sozialen Umfeld einnimmt. Die systemische Therapie fragt daher: Welche Funktion hat ein Symptom möglicherweise im Gesamtsystem? Welche Interaktionsmuster halten es aufrecht?

Statt nach Schuld zu suchen, konzentriert sich die systemische Arbeit auf Lösungen und Ressourcen. Sie geht davon aus, dass Menschen grundsätzlich über die Fähigkeit verfügen, Veränderungen herbeizuführen – oft müssen nur neue Perspektiven eröffnet und andere Handlungsmöglichkeiten sichtbar gemacht werden.

 

Was genau bedeutet nun „hypnosystemisch“?

Der Begriff „hypnosystemisch“ vereint die systemische Perspektive mit Elementen der Hypnotherapie nach Milton Erickson. Erickson revolutionierte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Verständnis von Hypnose. Für ihn war Hypnose kein mystischer Zustand, in dem der Therapeut Kontrolle über den Klienten ausübt, sondern ein natürlicher Bewusstseinszustand, den wir alle täglich erleben.

Wenn Sie beispielsweise völlig in ein Buch vertieft sind, beim Autofahren plötzlich merken, dass Sie die letzten Kilometer „automatisch“ gefahren sind, oder in Tagträumen versinken – dann befinden Sie sich in einem tranceähnlichen Zustand. In solchen Momenten ist unser bewusstes, analytisches Denken weniger aktiv, und wir sind empfänglicher für neue Ideen und Perspektiven.

Die hypnosystemische Therapie nutzt diese natürlichen Trancezustände gezielt, um Zugang zu inneren Ressourcen zu bekommen und Veränderungsprozesse anzustoßen. Gleichzeitig behält sie die systemische Perspektive bei und betrachtet das Zusammenspiel zwischen inneren Zuständen (wie Gedanken, Gefühlen, körperlichen Empfindungen) und äußeren Systemen (wie Beziehungen und Lebensumständen). Der Ansatz verbindet also die Arbeit mit inneren Prozessen mit dem Blick auf äußere Kontexte.

 

Wie wird in der hypnosystemischen Therapie gearbeitet?

Die hypnosystemische Arbeit unterscheidet sich deutlich von klassischen Therapieformen. Statt primär über Probleme zu sprechen und ihre Ursachen zu analysieren, liegt der Fokus auf dem Erleben und auf lösungsorientierten Prozessen.

Eine zentrale Technik ist die Arbeit mit unterschiedlichen Bewusstseinszuständen. Der Therapeut oder Coach hilft dabei, einen entspannten, fokussierten Zustand herzustellen – sei es durch Imaginationsübungen, Achtsamkeitstechniken oder bestimmte Gesprächsführungsmethoden. In diesem Zustand können Menschen oft leichter auf ihre inneren Ressourcen zugreifen, neue Perspektiven entwickeln und Lösungen finden.

Typisch für die hypnosystemische Arbeit ist auch die Verwendung von Metaphern, Geschichten und bildhaften Sprachelementen. Diese sprechen nicht nur den analytischen Verstand an, sondern auch emotionale und intuitive Anteile. Ein Problem wird beispielsweise nicht nur sachlich beschrieben, sondern möglicherweise als inneres Bild oder Symbol erforscht.

Besonders charakteristisch ist die ressourcenorientierte Haltung. Statt sich auf Defizite zu konzentrieren, wird nach Stärken, Fähigkeiten und positiven Ausnahmen gesucht. Die Frage lautet nicht „Was läuft falsch?“, sondern „Was funktioniert bereits?“ und „Wie können wir darauf aufbauen?“. Dabei werden Klienten als Experten für ihr eigenes Leben betrachtet – der Therapeut ist eher Prozessbegleiter als Problemlöser.

Die hypnosystemische Therapie arbeitet zudem stark mit dem Konzept der „Teile-Arbeit“. Die Idee dahinter: In uns gibt es verschiedene Anteile oder innere Stimmen, die unterschiedliche Bedürfnisse und Perspektiven vertreten. Ein Teil möchte vielleicht mehr Leistung bringen, ein anderer mehr Erholung. In der Therapie werden diese inneren Anteile gewürdigt und in einen konstruktiven Dialog gebracht, statt einen Teil zu unterdrücken.

 

Wie verbinden sich hypnosystemische Therapie mit Coaching und Beratung?

Die hypnosystemische Methodik eignet sich hervorragend für verschiedene Anwendungsfelder, die über die klassische Psychotherapie hinausgehen. Im Coaching geht es typischerweise nicht um die Behandlung von Störungen, sondern um Persönlichkeitsentwicklung, berufliche Fragestellungen oder die Erreichung spezifischer Ziele.

Der hypnosystemische Ansatz bietet Coaches wertvolle Werkzeuge, um Klienten bei Veränderungsprozessen zu unterstützen. Die Methoden helfen dabei, innere Blockaden zu lösen, Ressourcen zu aktivieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ein Manager, der vor einer schwierigen Entscheidung steht, kann beispielsweise durch hypnosystemische Techniken Zugang zu seiner Intuition finden und verschiedene Zukunftsszenarien innerlich durchspielen.

In der Beratung – etwa in Organisationen – ermöglicht die systemische Perspektive, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Veränderungen auf verschiedenen Ebenen anzustoßen. Die hypnotherapeutischen Elemente können dabei helfen, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen und kreative Lösungen zu entwickeln.

Die Grenzen zwischen Therapie, Coaching und Beratung sind dabei fließend. Wichtig ist die klare Auftragsklärung: Geht es um die Behandlung einer psychischen Störung (Therapie), um berufliche oder persönliche Entwicklung (Coaching) oder um organisationale Fragestellungen (Beratung)? Je nach Anliegen und Schweregrad wählt man das passende Setting und beachtet die jeweiligen professionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Bei welchen psychischen Anlässen wird der hypnosystemische Ansatz angewendet?

Der hypnosystemische Ansatz hat sich bei einer Vielzahl von psychischen Anliegen als hilfreich erwiesen. Besonders gut erforscht ist die Wirksamkeit bei Angststörungen. Menschen mit Phobien, Panikattacken oder generalisierten Ängsten können durch die Kombination aus ressourcenorientierter Arbeit und hypnotherapeutischen Techniken oft deutliche Verbesserungen erreichen.

Auch bei Depressionen wird der Ansatz erfolgreich eingesetzt. Statt sich ausschließlich auf die Symptome zu konzentrieren, werden positive Ausnahmen erforscht und innere Ressourcen aktiviert. Die hypnotherapeutischen Elemente können helfen, Zugang zu Gefühlen von Lebendigkeit und Motivation wiederzufinden.

Bei psychosomatischen Beschwerden – also körperlichen Symptomen ohne ausreichende organische Ursache – bietet die hypnosystemische Arbeit besondere Möglichkeiten. Die Verbindung zwischen Körper, Geist und sozialem Kontext steht hier im Fokus. Chronische Schmerzen, Spannungskopfschmerzen oder funktionelle Störungen können oft durch diese ganzheitliche Herangehensweise gelindert werden.

Weitere häufige Anwendungsfelder sind Stressbewältigung und Burnout-Prävention, Traumafolgestörungen (hier in Kombination mit spezifischen Traumatherapie-Methoden), Beziehungsprobleme, Schlafstörungen sowie die Unterstützung bei Lebenskrisen und Übergangsphasen. Auch bei Suchterkrankungen kann der Ansatz – meist im Rahmen eines Gesamtbehandlungskonzepts – eingesetzt werden.

Im nicht-klinischen Bereich hilft der hypnosystemische Ansatz bei beruflichen Herausforderungen, Entscheidungsprozessen, der Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit sowie bei der Klärung persönlicher Ziele und Werte.

 

Wo sind die Grenzen bzw. Risiken von hypnosystemischen Therapien?

Wie jeder therapeutische Ansatz hat auch die hypnosystemische Therapie ihre Grenzen. Bei akuten schweren psychischen Erkrankungen wie akuten Psychosen oder schweren manischen Episoden ist der Ansatz nicht als alleinige Behandlungsmethode geeignet. Hier sind oft zunächst medikamentöse Stabilisierung und andere Interventionen notwendig.

Bei schweren Traumatisierungen, besonders bei komplexen Traumafolgestörungen, sollte die hypnosystemische Arbeit nur von entsprechend weitergebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Die Arbeit mit Trance kann unter Umständen dissoziative Zustände verstärken, wenn sie nicht fachgerecht eingesetzt wird. Es bedarf hier besonderer Vorsicht und spezifischer traumatherapeutischer Kompetenzen.

Ein weiteres Risiko liegt in der möglichen Überschätzung der Methode. Nicht jedes Problem lässt sich allein durch therapeutische Gespräche lösen. Manchmal sind konkrete Veränderungen der Lebenssituation, medizinische Behandlungen oder soziale Unterstützung notwendig. Der hypnosystemische Ansatz sollte daher immer im Kontext eines Gesamtbehandlungskonzepts gesehen werden.

Wichtig ist auch die Kompetenz des Therapeuten oder Coaches. Hypnosystemische Methoden erfordern eine fundierte Ausbildung und Erfahrung. Unseriöse Anbieter, die nach Wochenendkursen „Hypnose“ anbieten, können mehr schaden als nutzen. Achten Sie daher auf qualifizierte Ausbildungen und seriöse Zertifizierungen.

Schließlich passt die Methode nicht zu jedem Menschen. Manche Klienten bevorzugen strukturiertere, verhaltenstherapeutische Ansätze oder möchten sich primär kognitiv-analytisch mit ihren Problemen auseinandersetzen. Die Bereitschaft, sich auf innere Prozesse, Bilder und Metaphern einzulassen, ist für die hypnosystemische Arbeit hilfreich – fehlt diese Bereitschaft, können andere Ansätze besser geeignet sein.

 

Welche speziellen Formen werden beim hypnosystemischen Ansatz unterschieden?

Der hypnosystemische Ansatz ist flexibel und lässt sich auf verschiedene Settings anpassen. Je nach Kontext und Fragestellung haben sich unterschiedliche Anwendungsformen entwickelt.

 

Hypnosystemischer Familientherapie-Ansatz

In der hypnosystemischen Familientherapie werden die Grundprinzipien auf die Arbeit mit ganzen Familiensystemen übertragen. Hier geht es um die Interaktionsmuster zwischen Familienmitgliedern, um Rollen, Kommunikation und gemeinsame Überzeugungen.

Typischerweise werden zunächst die Anliegen aller Beteiligten erhoben – was erhofft sich jedes Familienmitglied von der Therapie? Dann wird erforscht, wie das Problem im Familienkontext funktioniert: Wer nimmt welche Rolle ein? Welche Kommunikationsmuster gibt es? Was passiert, wenn das Symptom auftritt?

Die hypnotherapeutischen Elemente kommen beispielsweise in Form von gemeinsamen Imaginationsübungen zum Einsatz. Eine Familie kann sich gemeinsam vorstellen, wie ein gelungener Alltag ohne das Problem aussehen würde. Oder es werden Metaphern und Geschichten genutzt, um neue Perspektiven zu eröffnen, ohne direkt konfrontativ zu werden.

Besonders bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten, bei familiären Konflikten oder bei der Bewältigung von Krisen (wie Trennungen, Krankheit oder Tod) hat sich dieser Ansatz bewährt. Die Arbeit zielt darauf ab, die Ressourcen der gesamten Familie zu aktivieren und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

 

Hypnosystemischer Paartherapie-Ansatz

In der Paartherapie verbindet der hypnosystemische Ansatz die Arbeit an der Beziehungsdynamik mit der Unterstützung individueller Entwicklungsprozesse beider Partner. Häufige Themen sind Kommunikationsprobleme, Konflikte um Nähe und Distanz, Vertrauenskrisen oder die Bewältigung von Übergangsphasen.

Die systemische Perspektive hilft zu verstehen, wie beide Partner – oft unbeabsichtigt – an der Aufrechterhaltung problematischer Muster beteiligt sind. Die hypnotherapeutischen Methoden ermöglichen es, auf einer tieferen, emotionalen Ebene zu arbeiten. Paare können beispielsweise durch geführte Imaginationen wieder Zugang zu positiven Erinnerungen und Gefühlen füreinander finden.

Charakteristisch ist die Arbeit mit inneren Anteilen beider Partner. Ein Konflikt entsteht oft, weil unterschiedliche innere Bedürfnisse aufeinandertreffen. Statt diese als unvereinbar zu betrachten, werden sie gewürdigt und es wird nach kreativen Lösungen gesucht, die verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden.

Die Paartherapie kann auch Einzelsitzungen beinhalten, in denen jeder Partner an eigenen Themen arbeitet, die die Beziehung belasten. Der Fokus liegt dabei immer auf der Stärkung der Beziehung und der Entwicklung konstruktiver Interaktionsmuster.

 

Hypnosystemischer Einzeltherapie-Ansatz

Die Einzeltherapie ist vermutlich die häufigste Form der hypnosystemischen Arbeit. Hier steht die individuelle Person mit ihren Anliegen im Mittelpunkt, wobei immer auch die systemischen Kontexte mitbedacht werden.

In der Einzelarbeit können hypnotherapeutische Techniken besonders intensiv genutzt werden. Durch Tranceinduktionen wird ein Zustand geschaffen, in dem Menschen oft leichter Zugang zu ihren Ressourcen, ihrer Kreativität und ihrer Intuition finden. Es können innere Bilder erforscht, problematische Muster auf symbolischer Ebene bearbeitet und neue Lösungen entwickelt werden.

Ein wichtiges Element ist die bereits erwähnte Teile-Arbeit. Innere Konflikte – etwa zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und nach Veränderung – werden nicht als Problem gesehen, sondern als wertvolle Information. Beide Seiten werden gewürdigt, und es wird nach integrativen Lösungen gesucht.

Die Einzeltherapie eignet sich besonders für Menschen, die an persönlichen Entwicklungsthemen arbeiten möchten, die unter Ängsten oder depressiven Verstimmungen leiden, oder die ihre Lebensgestaltung überdenken wollen. Auch hier wird aber immer der Kontext miteinbezogen: Wie beeinflussen Beziehungen, Arbeitssituation und Lebensumstände das aktuelle Erleben?

 

Hypnosystemisches Coaching

Im Coaching-Kontext wird der hypnosystemische Ansatz vor allem für berufliche Themen und Persönlichkeitsentwicklung genutzt. Typische Anliegen sind Karriereentscheidungen, Führungsthemen, Konflikte am Arbeitsplatz, Work-Life-Balance oder die Entwicklung neuer Kompetenzen.

Der Unterschied zur Therapie liegt vor allem im Fokus: Es geht nicht um die Behandlung von Störungen, sondern um die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und die Erreichung von Zielen. Die Klienten sind in der Regel nicht in einem leidensbedingten, sondern in einem entwicklungsorientierten Prozess.

Hypnosystemische Coaches nutzen Techniken wie Zukunftssimulationen, bei denen Klienten sich mental in verschiedene Szenarien hineinversetzen und diese „testen“. Oder sie arbeiten mit inneren Ressourcenzuständen, um beispielsweise vor wichtigen Präsentationen oder Verhandlungen einen optimalen Leistungszustand zu aktivieren.

Die systemische Perspektive hilft, berufliche Herausforderungen im Kontext der Organisation und ihrer Dynamiken zu verstehen. Ein Konflikt mit einem Kollegen wird nicht nur als interpersonelles Problem gesehen, sondern auch im Zusammenhang mit Strukturen, Rollen und organisationaler Kultur.

Coaching-Prozesse sind in der Regel kürzer und fokussierter als Therapien und haben einen klaren Ziel- und Ergebnisbezug.

 

Hypnosystemische Organisationsberatung

In der Organisationsberatung werden hypnosystemische Prinzipien auf ganze Organisationen oder Teams angewendet. Hier geht es um Themen wie Teamentwicklung, Change-Management, Konfliktklärung oder die Entwicklung von Organisationskultur.

Die systemische Sichtweise ist hier besonders wertvoll: Organisationen werden als komplexe Systeme verstanden, in denen viele verschiedene Faktoren zusammenwirken. Veränderungen in einem Bereich haben oft unerwartete Auswirkungen in anderen Bereichen. Die Beratung hilft, diese Zusammenhänge zu erkennen und Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass sie nachhaltig wirken.

Hypnosystemische Berater nutzen Methoden wie Organisationsaufstellungen, um Strukturen und Dynamiken sichtbar zu machen. Sie arbeiten mit Metaphern und bildhafter Sprache, um komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und neue Perspektiven zu eröffnen. In Teamentwicklungen können beispielsweise gemeinsame Visionen entwickelt oder innere Bilder der Zusammenarbeit erforscht werden.

Auch hier gilt: Die ressourcenorientierte Haltung steht im Vordergrund. Statt nur Probleme zu analysieren, wird nach dem gesucht, was bereits funktioniert, und darauf aufgebaut. Organisationen und Teams werden als lernfähige Systeme betrachtet, die selbst Lösungen entwickeln können – die Beratung schafft den Rahmen dafür.

 

Wie lange dauern hypnosystemische Therapien / Coaching / Beratung im Durchschnitt?

Die Dauer hypnosystemischer Interventionen variiert stark je nach Anliegen, Setting und individueller Situation. Grundsätzlich gilt der Ansatz als eher kurz- bis mittelfristig orientiert, verglichen etwa mit tiefenpsychologischen Langzeittherapien.

In der Einzeltherapie bewegen sich die meisten Prozesse zwischen 10 und 30 Sitzungen. Bei klar umgrenzten Anliegen wie spezifischen Ängsten oder beruflichen Fragestellungen können manchmal schon 5 bis 10 Sitzungen deutliche Veränderungen bewirken. Bei komplexeren Themen, etwa bei langjährigen Beziehungsmustern oder bei der Bewältigung schwerer Lebenskrisen, kann die Arbeit auch 40 bis 50 Sitzungen oder mehr umfassen.

Im Coaching-Bereich sind die Prozesse oft noch kürzer. Typisch sind 5 bis 15 Sitzungen für ein spezifisches Anliegen. Manche Führungskräfte nutzen auch längerfristige Begleitungen über ein oder zwei Jahre, wobei die Abstände zwischen den Sitzungen dann größer werden.

Paartherapien dauern im Durchschnitt zwischen 10 und 25 Sitzungen, wobei zu Beginn oft engere Abstände (wöchentlich oder alle zwei Wochen) gewählt werden. Familientherapien sind ähnlich angelegt, wobei manchmal weniger Sitzungen ausreichen, wenn es primär um konkrete Verhaltensänderungen geht.

In der Organisationsberatung ist die Zeitspanne sehr unterschiedlich. Ein Teamentwicklungsworkshop kann ein oder zwei Tage dauern, ein Change-Prozess in einem Unternehmen kann sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken, mit regelmäßigen Beratungssitzungen und Workshops.

Wichtig zu wissen: Hypnosystemische Therapeuten und Coaches arbeiten in der Regel mit einer klaren Auftragsklärung und Zielsetzung. Es werden gemeinsam Zwischenziele definiert, und regelmäßig wird überprüft, ob die Arbeit noch auf einem guten Weg ist. Dies ermöglicht flexible Anpassungen der Dauer an den tatsächlichen Bedarf.

 

Therapeutensuche – Wo findet man geeignete Therapeuten & Coaches

Die Suche nach einem qualifizierten hypnosystemischen Therapeuten oder Coach erfordert etwas Sorgfalt, da die Bezeichnung „hypnosystemisch“ nicht geschützt ist und die Qualität der Ausbildungen variiert.

Eine erste Anlaufstelle für die Therapeutensuche ist das Milton-Erickson-Institut Heidelberg (meihei.de), das als führende Ausbildungsstätte für hypnosystemische Therapie gilt. Dort gibt es Therapeutenlisten von Absolventen der verschiedenen Ausbildungsgänge. Auch die anderen Milton-Erickson-Institute im deutschsprachigen Raum bieten Therapeutenverzeichnisse.

Die Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (MEG) führt ebenfalls ein Therapeutenverzeichnis. Hier sind Therapeuten gelistet, die eine fundierte Ausbildung in Hypnotherapie absolviert haben. Nicht alle davon arbeiten explizit hypnosystemisch, aber viele integrieren systemische und hypnotherapeutische Elemente.

Für die Suche nach systemischen Therapeuten ist die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) sowie die Systemische Gesellschaft (SG) relevant. Auch hier finden sich Therapeutenverzeichnisse. Sie können gezielt nach Therapeuten suchen, die beide Qualifikationen haben – systemisch und hypnotherapeutisch.

Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Qualifikationen achten: eine psychotherapeutische Grundausbildung (Psychologischer Psychotherapeut, Ärztlicher Psychotherapeut oder Heilpraktiker für Psychotherapie), eine fundierte Weiterbildung in systemischer Therapie und/oder Hypnotherapie bei anerkannten Instituten, sowie möglichst Mitgliedschaft in entsprechenden Fachverbänden.

Für Coaching ist die Situation etwas unübersichtlicher, da die Berufsbezeichnung „Coach“ nicht geschützt ist. Achten Sie hier auf eine solide Grundausbildung (oft psychologischer oder therapeutischer Hintergrund) und eine fundierte Coaching-Ausbildung. Verbände wie der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) oder die International Coach Federation (ICF) haben Qualitätsstandards und führen Verzeichnisse.

Ein persönliches Erstgespräch ist immer sinnvoll. Die Chemie zwischen Therapeut/Coach und Klient ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Scheuen Sie sich nicht, nach der Ausbildung, der Erfahrung mit Ihrem spezifischen Anliegen und der Arbeitsweise zu fragen. Seriöse Fachleute werden diese Fragen offen beantworten.

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

Für einen vertieften Einstieg in die hypnosystemische Therapie empfehlen sich folgende Internetressourcen:

www.meihei.de – Die Website des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg bietet umfassende Informationen zum Ansatz, zu Ausbildungen und Veranstaltungen. Hier finden sich auch Artikel und Videos von Gunther Schmidt, dem Begründer des hypnosystemischen Ansatzes.

www.meg-hypnose.de – Die Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose informiert über Hypnotherapie im Allgemeinen, bietet Therapeutensuche und hat interessante Fachbeiträge.

www.dgsf.org und www.systemische-gesellschaft.de – Die beiden großen systemischen Fachverbände bieten Einführungen in systemische Therapie, Therapeutensuche und aktuelle Entwicklungen.

www.carl-auer.de – Der Carl-Auer Verlag ist der führende Verlag für systemische Therapie und Beratung. Die Website bietet einen Blog mit Fachartikeln, Interviews und Buchvorstellungen, viele davon frei zugänglich.

Auf YouTube finden sich zahlreiche Vorträge von Gunther Schmidt und anderen hypnosystemischen Therapeuten, die die Methode anschaulich erklären. Suchen Sie nach „Gunther Schmidt Hypnosystemisch“ oder „Milton Erickson Hypnose“.

 

Buchempfehlungen – Welche Bücher sind zu empfehlen?

Für interessierte Laien, die sich einen ersten Überblick verschaffen möchten, eignet sich besonders:

Gunther Schmidt: „Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung“ (Carl-Auer Verlag). Dieses Buch bietet einen umfassenden, aber verständlichen Überblick über die Grundlagen und die Praxis des Ansatzes. Schmidt erklärt die theoretischen Hintergründe und illustriert sie mit vielen Praxisbeispielen.

Gunther Schmidt: „Liebesaffären zwischen Problem und Lösung“ (Carl-Auer Verlag). Ein sehr praxisnahes Buch, das anhand von Fallgeschichten zeigt, wie hypnosystemische Arbeit konkret aussieht. Besonders gut lesbar und inspirierend.

Für diejenigen, die sich mehr für die Grundlagen der Hypnotherapie interessieren:

Milton H. Erickson / Ernest L. Rossi: „Hypnotherapie“ (Pfeiffer bei Klett-Cotta). Ein Klassiker, der die Arbeitsweise Ericksons anhand von kommentierten Therapiesitzungen zeigt. Nicht ganz leicht zu lesen, aber sehr erhellend.

Jeffrey K. Zeig: „Sage mir wo Dein Vater ist – Die heilende Sprache Milton H. Ericksons“ (Junfermann Verlag). Eine sehr zugängliche Einführung in Ericksons hypnotherapeutische Methoden.

Zur systemischen Therapie:

Arist von Schlippe / Jochen Schweitzer: „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung“ (Vandenhoeck & Ruprecht). Das deutschsprachige Standardwerk – umfassend und gründlich, eher für Fachleute, aber auch für interessierte Laien mit Durchhaltevermögen geeignet.

Tom Levold / Michael Wirsching (Hrsg.): „Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch“ (Carl-Auer Verlag). Ein neueres, sehr umfassendes Werk mit Beiträgen vieler Autoren.

Für die Praxis und Selbstanwendung:

Steve de Shazer: „Der Dreh – Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie“ (Carl-Auer Verlag). Ein Klassiker der lösungsorientierten Kurzzeittherapie, der viele Anregungen auch für den Alltag bietet.

Insoo Kim Berg / Peter Szabó: „Kurzzeitberatung“ (Borgmann). Praktische Einführung in lösungsorientiertes Arbeiten, gut lesbar und mit vielen konkreten Techniken.

 

 

 

Psycholgische Selbsthilfe

 

Im Grunde genommen kennen wir uns selbst am besten- und können uns so mit bestimmten Methoden helfen und unterstützen unsere psychische Gesundheit zu erhalten. Das Erfüllen unserer Bedürfnisse, das Reflektieren unserer Beziehungen und das Überwachen unseres Stresslevels- das sind Beispiele für Bereiche, in denen wir für unsere eigene psychische Gesundheit sorgen können. Dies funktioniert aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, ab der die psychische Gesundheit andere Unterstützungsangebote wie Therapie oder Medikamente benötigt. Nachfolgend werden einige Strategien und Anlaufstellen zur Selbsthilfe vorgestellt.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick über Selbsthilfegruppen. Viele Menschen zögern zunächst: „Passe ich da überhaupt hin? Muss ich viel von mir erzählen? Und was, wenn ich jemanden treffe, den ich kenne?“ Genau solche Fragen sind normal – und oft zeigt sich schon nach den ersten Treffen, wie entlastend es sein kann, mit anderen in Kontakt zu kommen, die Ähnliches erleben. Selbsthilfegruppen bieten einen geschützten Rahmen, in dem Erfahrungen geteilt, praktische Tipps ausgetauscht und neue Perspektiven gewonnen werden können – ohne Bewertung und ohne Leistungsdruck. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Selbsthilfegruppen typischerweise ablaufen.“

Was sind die Schwerpunkte der psychologischen Selbsthilfe?

Unter psychologischer Selbsthilfe versteht man die Erhaltung der eigenen psychischen Gesundheit durch Austausch, Reflexion und Achtsamkeit der eigenen psychischen Prozesse. Dies wird häufig durch Institutionen von außen unterstützt und/ oder angeleitet. Dies kann durch Selbsthilfegruppen gemeinnütziger Vereine, Coaches, von Fachpersonen verfasste Literatur oder Onlineforen stattfinden. Schwerpunkte der Selbsthilfe sollten dabei immer das Kennenlernen der eigenen Problembereiche und das achtsame Empfinden der eigenen Grenzen bei der Beschäftigung mit der eigenen Psyche sein.

 

Bei welchen Störungen werden Maßnahmen der Selbsthilfe häufig angewendet?

An dieser Stelle sei klar gesagt: bei einer bereits auftretenden psychischen Erkrankung sollte unbedingt ein beratender Psychologe/ Psychotherapeut oder ein Psychiater aufgesucht werden. Bei einer akuten Krise sollte ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik abgewogen werden. Bei paralleler psychologischer Anbindung können bspw. Selbsthilfegruppen oder Fachliteratur helfen, die eigene Erkrankung besser zu verstehen. Diese gibt es störungsspezifisch, also in Gruppen, die sich speziell auf bspw. Depressionen oder Angsterkrankungen spezialisieren und in denen Problemlösestrategien besprochen werden. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen, in denen die Teilnehmer eine andere Gemeinsamkeit wie Lebensphase oder Alter teilen und von den verschiedenen Erfahrungen bei psychischen Erkrankungen und Strategien der anderen Teilnehmer profitieren können.

Bei niederschwelligen psychischen Problemen bspw. bei der Motivation, Prüfungsangst, Stress oder vereinzelt auftretenden Verstimmungen oder der Beziehungsführung kann eine Beratung bei Coaches oder der Beschäftigung mit Fachliteratur helfen, das eigene Verhalten besser zu verstehen und das Wohlbefinden zu steigern.

 

 

Wo sind die Grenzen von Maßnahmen zur Selbsthilfe?

Bei bereits gestellten Diagnosen und psychischen Problemen, die viel Leidensdruck ausüben, sodass der Alltag an den meisten Tagen nicht mehr beschwerdefrei gelebt werden kann, sollte auf Selbsthilfe verzichtet werden. In diesem Fall sollte eine Therapie im Bereich der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Gesprächstherapie oder Psychoanalyse in Anspruch genommen werden. Bei Selbsthilfegruppen, Coachings und Fachbüchern sollte auf eine entsprechend wissenschaftliche Ausbildung der Anleiter und Autoren geachtet werden- ein Studium der Psychologie, Medizin oder Pädagogik oder langjährige Erfahrung im Bereich der Beratung sollten einen gewissen Standard der Selbsthilfe sicherstellen.

 

Welche Formen der Selbsthilfe werden unterschieden?

 

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen können ein Ansatz sein, die eigenen Probleme in einem sicheren Raum zu besprechen, andere Perspektiven zu erfahren und auch soziale Probleme zu bearbeiten. Schwierigkeiten in der Kommunikation, der Offenbarung der eigenen Gefühlswelt oder auch die eigene Position im Leben mit der Problematik können in der Gruppe gespiegelt und trainiert werden. Ein wichtiger Vorteil gegenüber Therapien stellt hier auch die Umgebung mit Gleichgesinnten mit ähnlichen Problemen dar- diese verstehen die eigenen Gedanken und Gefühle oft auf einer persönlicheren Ebene und können so das Gefühl vermitteln, nicht allein mit den psychischen Schwierigkeiten zu sein. Auch für Angehörige und Kinder von psychisch Erkrankten können Selbsthilfegruppen einen Raum für Unterstützung und Austausch bieten. Allgemeine Themen für Gruppen können Sucht, Behinderungen, (chronische) körperliche und psychische Erkrankungen und besondere Lebenssituationen wie Renteneintritt, Trauer oder ein Schuldenfall sein.

 

Coachings und Beratung

Ein Coaching kann helfen, die persönliche Entwicklung voranzutreiben. Dies können Ziele, Motivation, die Persönlichkeitsentwicklung, die Bewerbung für einen Job oder Konflikte in Beziehungen betreffen. Der Coach hilft seinem Coachee, sich die eigenen Bedürfnisse und Ziele vor Augen zu führen und diese mithilfe seiner Ressourcen selbst zu erreichen. Im besten Fall ist das Ergebnis eines erfolgreichen Coachings ein gemeinsam entwickelter Lösungsweg, der mit den Ressourcen des Coachees mit möglichst wenig Kosten erreicht werden kann. Da der Begriff des Coaches nicht geschützt ist, gilt es gerade hier auf Erfahrungswerte anderer Klienten und eine entsprechende Berufspraxis des Coaches zu achten. Ein Coach sollte in jedem Fall nur motivieren und die Ziele des Klienten im Blick haben, anstatt mit seiner eigenen Meinung den Coachee zu beeinflussen.

Die psychologische Beratung richtet sich an Menschen, die ihre psychische Gesundheit verbessern wollen und individuelle Problemlösung anstreben. Auch in Lebenskrisen kann eine Beratung unterstützend wirken. Allerdings wird auch hier mit psychisch gesunden Menschen, also Klienten ohne klinische Diagnose, gearbeitet. Ziel einer psychologischen Beratung ist es, das psychische Wohlbefinden zu steigern und wenn nötig an therapeutische oder klinische Adressen zu verweisen. In Beratungsstellen zu Sucht, schwierigen Lebenssituationen oder Paar- und Eheproblemen sollte auch hier auf eine entsprechend wissenschaftlich fundierte Ausbildung der Berater als Pädagogen oder Psychologen geachtet werden.

 

Achtsamkeitstraining

Achtsam auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und die momentane Situation wahrzunehmen kann helfen, eine psychische Erkrankung gar nicht erst entstehen zu lassen bzw. dem erneuten Ausbruch einer akuten Episode der Erkrankung vorzubeugen. Es ist außerdem wissenschaftlich bewiesen, dass Achtsamkeitstechniken wie die mindful-based-stress-reduction (MBSR) psychischen Stress lindern können. Deshalb werden entsprechende Kurse auch oft von den Krankenkassen teils vollständig übernommen.

Der Schlüssel ist hier die regelmäßige Wiederholung von Achtsamkeitspraktiken: Untersuchungen aus der Neuropsychologie haben gezeigt, dass wir durch regelmäßige Übungen unser Gehirn umstruktieren können, um mit Stress in Zukunft gesundheitsförderlicher umzugehen. Dies kann mit der richtigen Wahl der Übung und des Mediums erreicht werden: ob wissenschaftlich fundierte Apps, Programme von Psychologen oder Achtsamkeitskarten, Meditationen oder der Arbeit mit Glaubenssätzen ist eine Fülle von Möglichkeiten zur eigenen achtsamen Lebensweise gegeben.

 

Foren und Austauschplattformen

Das Internet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten und Leidensgenossen zu vernetzen. Hier ist Vorsicht geboten, da Inhalte anderer oft nicht kontrolliert werden und Leidensgeschichten potenziell triggernd, also negativ beeinflussend wirken können, ohne dass die Auswirkungen von einer professionell ausgebildeten Person abgefangen werden. Für Betroffene und Angehörige können moderierte, geschlossene Foren dennoch ein guter Weg sein, in den Austausch zu treten und ihre Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln gespiegelt zu sehen. Links zu moderierten Foren für Betroffene und Angehöriger psychischer Erkrankungen finden Sie unter diesem Beitrag.

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

 

Links zu Selbsthilfe-Angeboten – therapie.de

Gemeinsam stark in der Selbsthilfegruppe – malteser

 

Buchempfehlungen – Populärliteratur und Selbsthilfebücher

 

In der Populärliteratur gibt es viele Selbsthilfebücher, die in den letzten Jahren einen regelrechten Trend erlebt haben und die Aufarbeitung von Traumata, Beziehungsproblemen oder spirituelle Selbstheilung versprechen. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass der Autor eine entsprechende Qualifikation aufweist, sodass Kenntnisse, die Er oder Sie vorstellt, den wissenschaftlichen bzw. psychologischen Kenntnisstand widerspiegeln. Als kleiner Leitfaden kann hier der Griff zu wissenschaftlichen Verlagen helfen: Der Hogrefe- Verlag oder der Springer-Verlag bspw. verlegen zu vielen Randbereichen des psychischen Wohlbefindens Bücher zu Selbsthilfe, die zur Reflexion anregen und verhaltenstherapeutische Elemente beinhalten. Hierbei basieren die Vorschläge auf wissenschaftlich geprüften Kenntnissen aus der Psychologie und Medizin.

Tiefenpsychologische Inhalte werden bspw. in den Büchern von Stefanie Stahl, einer bekannten Psychotherapeutin, vermittelt und können mit Arbeitsbüchern vermittelt werden. Hierbei geht es bspw. darum, wie uns die eigene Kindheit in unserem Leben beeinflusst und wie Beziehungen mit diesem Wissen verbessert werden können.

 

Stärker als die Angst  – Rufer et al  Hogrefe Verlag

Achtsamkeit statt Angst und Panik: Mit Meditation zu Ruhe, Frieden und (Selbst-)Sicherheit – Peter Beer, Buch und interaktives Online-Programm  „Achtsamkeitsakademie“

 

Positive Psychologie – Einfach erklärt

 

Die Strömung der positiven Psychologie untersucht, wie der Name vermuten lässt, die Grundlagen menschlichen Lebens unter positiven Aspekten. Der Psychologe Abraham Maslow prägte diesen Begriff erstmals 1954 und befasste sich damit, was uns Menschen als Individuen ausmacht: Unsere Ressourcen, Fähigkeiten, Wohlbefinden sowie Potenziale. Die positive Psychologie ist Teil der humanistischen Perspektive, die den Anspruch hat, dass Menschen sich selbst verwirklichen und ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick über die Positive Psychologie. Dabei geht es nicht um „alles schönreden“ oder Dauer-Optimismus, sondern um die wissenschaftliche Frage, was Menschen stärkt, gesund hält und erfüllter leben lässt: Welche Stärken tragen uns durch schwierige Zeiten? Was fördert Resilienz, Zuversicht und Verbundenheit? Und wie entsteht dieses Gefühl von Sinn und „im Flow sein“ im Alltag? In diesem Beitrag lernen Sie zentrale Konzepte der Positiven Psychologie kennen – zum Beispiel Stärkenorientierung, Dankbarkeit, Selbstmitgefühl, gelingende Beziehungen und Ressourcenarbeit – und bekommen alltagsnahe Impulse, wie Sie diese Erkenntnisse Schritt für Schritt für sich nutzen können. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Was sind die Schwerpunkte der positiven Psychologie?

Die Psychologen Christopher Peterson und Martin Seligman prägten den Ansatz der positiven Psychologie mit sechs Tugenden, die heute eine bedeutende Rolle in der Erforschung positiver Aspekte des Menschseins spielen: Wissen und Weisheit, emotionale Potenziale, zwischenmenschliche Stärken, Mäßigung und Transzendenz. Unter Letzterem wird vor allem der menschliche Humor, Dankbarkeit und der Würdigung von schönen Dingen verstanden.

Unter diesen Schwerpunkten erforschten die Psychologen 24 Charakterstärken, die man in positiven Aktivitäten fördern könnte. Durch Austausch und Beratung sollte man so ein glücklicheres Leben ermöglichen können.  

 

Was unterscheidet die Positive Psychologie von den anderen Ansätzen?

In vielen psychologischen Strömungen wird vor Allem von einem Startpunkt ausgegangen: dem psychischen Problem. Die positive Psychologie versucht einen Ansatz, der weg von dieser Orientierung am Defizit des Menschen zu den persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten ausgeht. Es geht also nicht darum, psychologische Erkenntnisse zu nutzen, um ein psychisches Problem zu lösen oder zu analysieren – sondern den Fokus darauf zu legen, wie wir Menschen ein gelungenes Leben führen können.

Dieses gelungene Leben ist nach Martin Seligman mit der Förderung dieser Elemente möglich: Die Förderung positiver Emotionen, dem Engagement als Suche nach erfüllenden Erfahrungen, sozialer Beziehungen, der Freude an Erfolgen und Weiterentwicklung sowie dem Sinnerleben.

 

Positive Psychologie in der Kritik

Was könnte nun an einer positiven Sicht der Dinge schlecht sein? Die positive Psychologie findet heute vor allem im Führungskräftetraining und im Coaching-Bereich in Bezug auf Motivation Anklang. Im wissenschaftlichen Bereich steht Sie in der Kritik, offensichtliche, ideologische Lösungen vorzugeben- die eher positivem Menschenverstand widerspiegeln als wissenschaftlichen Mehrwert zu bieten. Einige Quellen sehen die positive Strömung als ein Versuch an, Menschen „umprogrammieren“ zu können, damit Sie ihre Potenziale nutzen und sich wohlfühlen.

Tatsächlich zeigten Studien bei psychischen Störungen wie Depressionen, dass keine verbessernden Wirkungen durch Elemente der positiven Psychologie erreicht werden konnten. Studien im Bereich der Selbstwirksamkeit und der Selbstmotivation konnten dagegen gute und nachhaltige Wirkungen zeigen.

 

 

Theorie und Praxis: kleine Übungen mit großer Wirkung

 

Die eigenen Stärken kennen

Eine gute Möglichkeit, das Selbstbewusstsein zu steigern, kann ein Charaktertest darstellen. Hierbei werden durch einen Fragebogen die charakterlichen Stärken abgefragt. So kann den nächsten Herausforderungen mit mehr Klarheit über die eigenen Fähigkeiten begegnet werden.

Einen Test der Universität Zürich finden Sie hier: http://www.charakterstaerken.org/

 

Flow-Momente sammeln

Die Zeit vergessen, ganz in der Tätigkeit aufgehen, etwas leidenschaftlich gerne, der Sache wegen, tun… das passiert beim Flow-Erleben. In der positiven Psychologie sind diese Momente für ein erfülltes Leben wichtig. Nehmen Sie sich Zeit, einmal schriftlich zu reflektieren, welche Erlebnisse diese Qualitäten für Sie haben und planen Sie konkret ein, wann Sie Diese in ihren Alltag einbauen können und was Sie noch dafür brauchen. Reflektieren Sie nach einigen Wochen, wie Sie die Momente erlebt haben.

 

Erste-Hilfe Koffer

Denken Sie einmal an eine Herausforderung oder eine schwierige Situation zurück, die Sie erfolgreich gemeistert haben. Notieren Sie sich dann alle Punkte, die ihnen bei der Bewältigung geholfen haben.

Einige Orientierungsfragen hierfür wären:

 

  • Was habe ich aktiv getan, um die Situation zu meistern?
  • Welche Unterstützungen und Hilfe habe ich erhalten können?
  • Welche Gefühle und Gedanken haben mich bei der Situation begleitet?

 

Ihre Notfall-Liste können Sie an einem mobilen oder gut erreichbaren Ort aufbewahren, auf den Sie im Notfall zurückgreifen können. Sie kann die Bewältigung künftiger schwieriger Situationen durch den Fokus auf vergangene Erfolge erleichtern.

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

 

Buchempfehlungen

  • Martin Seligman – Flourish (Grundlagen, PERMA-Modell, Anwendungen).

  • Martin Seligman – Authentic Happiness (früher, sehr einflussreicher Einstieg; Stärken & Glückskonzepte).

 

Humanistische Therapien – Einfach erklärt

Mehr als die Summe unserer Teile – worum geht es bei humanistischen Therapien?

 

„Eine Person ist eine Konstellation aus Potenzialen, keine feste Menge an Merkmalen.“  Carl Rogers, humanistischer Psychologe

 

Krankheit als Schwäche – so wurden psychische Störungen bis in die 1950er Jahre gesehen. Klienten wurden anhand ihrer Störungen in Kategorien eingeteilt und klinisch bewertet.  Mit dem Aufkommen der humanistischen psychologischen Ansätze war ein neuer Standpunkt geboren. Die bisherigen klinischen Kategorien wurden als zu eng aufgefasst und der Mensch als Ganzes mitsamt seinen individuellen Erfahrungen betrachtet. Das Menschenbild in der Psychologie und Psychotherapie war nun ein positiveres, bei dem der Klient auch mit psychischen Problemen die Fähigkeit hat, seine Ressourcen und Potenziale zu nutzen, um seine Probleme aktiv anzugehen.

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag umfasst sehr viele Aspekte. Humanistische Therapie gehört zu den großen Strömungen der Psychotherapie – und gleichzeitig ist ihr Kern erstaunlich einfach: Sie stellt den Menschen mit seinen Gefühlen, Bedürfnissen, Werten und Möglichkeiten in den Mittelpunkt. In diesem Artikel erfahren Sie verständlich und praxisnah, worum es in der humanistischen Therapie geht, welches Menschenbild dahintersteht, wie typische Methoden (z. B. Gesprächsführung, Gestaltarbeit oder Körperwahrnehmung) aussehen und für welche Anliegen dieser Ansatz besonders hilfreich sein kann. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Wie wird in humanistischen Therapien gearbeitet?

In der humanistischen Therapie geht es nicht darum, als Therapeut zu beobachten und zu analysieren. Vielmehr soll zugehört werden und Fragen gestellt werden, die den Klienten anregen, seine eigenen Ressourcen für die Lösung seines Problems zu nutzen. Wie kann das konkret methodisch aussehen? Therapeuten arbeiten hier nicht mit diagnostischen Fragebögen und erstellen klinisch bewertende Diagnostiken, sondern nutzen die Erfahrungswelt des Klienten als Grundlage für die Therapie. Die Gestaltung der Therapie nach eigenen Erfahrungen kann so auch das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit des Klienten stärken.

 

Wann werden humanistische Therapien häufig angewendet?

Da im Humanismus psychische Erkrankungen als Störung des gesamten Komplexes aus Umwelt und Klient gesehen werden und die Übernahme der Verantwortung für sich und die Umwelt im Vordergrund steht, können humanistische Therapien bei vielfältigen und kombinierten Störungsbildern eingesetzt werden. Im klinischen Bereich kommen Sie vor allem bei Suchterkrankungen, bei chronischen Erkrankungen und psychosomatischen Kliniken zum Einsatz. Allgemein werden humanistische Therapien da angewandt, wo individuelle Therapiegestaltungen durch Selbstzahler möglich gemacht werden, da humanistische Therapieangebote oft nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

 

Wo sind die Grenzen von humanistischen Therapien?

Unser Kassensystem fordert für eine möglichst faire und transparenter Verteilung der Gelder im Sozialsystem eine Diagnostik und Einteilung in eine bestimmte Störungskategorie- wie schon beschreiben, steht das im Gegensatz zum humanistischen Verständnis psychischer Erkrankungen. Daher ist es mitunter schwierig, humanistische Therapieansätze von den Krankenkassen übernehmen zu lassen. Dies liegt vor allem daran, dass qualitativ hochwertige Studien zum Therapieerfolg bei bestimmten Störungsbildern fehlen und die Bundesärztekammer die Therapieansätze nicht geeignet für eine ganzheitlich klinische Behandlung hält. Viele Therapeuten arbeiten daher mit integrativen Verfahren und kombinieren psychoanalytische oder verhaltenstherapeutische Ansätze mit bspw. gestalttherapeutischen Ansätzen.

 

Welche speziellen Therapien werden bei humanistischen Therapien unterschieden?

 

Personenzentrierte Therapie

In dieser Therapieform möchte der Therapeut vor allem eins erreichen: der Klient sollte sein volles Potenzial und damit Selbstverwirklichung erreichen. Dies kann durch eine positive, offene Haltung des Therapeuten unterstützt werden. Der Therapeut schafft also einen offenen Gesprächsraum für den Klienten und schätzt mit viel Empathie die momentanen Probleme, aber auch Ressourcen des Klienten. Vor allem Schuldgefühle, eine niedrige Selbstachtung und eine schwierige Beziehungsführung können hierdurch verbessert werden und das Selbstvertrauen und die eigene Mitgestaltung dieser Bereich bei dem Klienten aktiviert werden.

 

Gestalttherapie

Bei der Gestalttherapie handelt es sich um eine situative Behandlung:  der Klient wird mitsamt seinem Körper, seiner Reaktionen und Gefühle in der Gegenwart angenommen. Der Therapeut setzt während der Therapien Visualisierungen oder Rollenspiele ein, um diese Reaktionen für den Klienten erfahrbar zu machen.  Der Klient kann so sein wirkliches Verhalten und seine Gefühle erkennen und nicht die, die er von sich im Alltag wahrnimmt. Diese Therapieform wird vor allem bei Depressionen, Traumata oder bipolaren Störungen eingesetzt.

 

Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl

Der Wiener Neurologe und Holocaust-Überlebende Viktor Frankl begründete diese Therapieform in den 1920er Jahren auf Grundlage eines Menschenbilds, das nach Sinnerfüllung strebt und neben der körperlichen und psychischen Ebene eine geistige Ebene hat. Gerade diese geistige Ebene soll sich in der Therapie mit philosophischen Prinzipien zunutze gemacht werden: hier geht es darum, die Fähigkeit zur Distanzierung von sich selbst und seiner Gedanken zu erreichen und den Blick auf das, was der Klient im Leben als sinnvoll und antreibend empfindet, zu richten. In der sog. paradoxen Intervention, einem Bestandteil der Therapie, geht es bspw. darum, dass sich der Klient Situationen, vor denen Angst hat, so schlimm wie möglich vorstellt und sich sagt, dass er alle Anstrengungen darauf richtet, es möglichst schlimm ausgehen zu lassen. So erreicht der Therapeut beim Klienten eine Distanzierung von seinen Gedanken durch Humor und paradoxe Überspitzungen.

 

Somatische Therapien oder Körperpsychotherapie

Somatische Therapien arbeiten im Allgemeinen mit der Lösung von psychischen Blockaden, die mit dem Körper verknüpft sind. Nicht immer ist dabei wissenschaftlich herausgefunden, warum diese funktionieren. Therapien wie Reiki, Massagen, Yoga, Tai-Chi oder der Einsatz von ätherischen Ölen und Essenzen haben in vielen Kliniken und in privaten Behandlungsräumen eine Verbesserung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens gezeigt und werden in vielen Kulturen und Heilkunden traditionell angewandt.  In der Psychotherapie wird außerdem in manchen Fällen eine unterstützende Klopftechnik (EFT) eingesetzt, bei der bestimmte Energiepunkte des Körpers abgeklopft werden, wenn der Klient an sein Problem denkt. Hier scheinen beruhigende Effekte auf das Nervensystem eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens zu erreichen.

 

Psychodrama

Diese Therapieform wurde von dem österreichischen Arzt Jacob Moreno in der Zeit der Psychoanalyse entwickelt. Ursprünglich als Gruppentherapie entwickelt, soll innerhalb der Sitzung ein Klient als Protagonist sein Problem darstellen, während der Therapeut und die anderen Klienten als Mitspieler unterstützend einwirken. Das Ziel ist ist, durch den spielerischen Charakter Spontanität und Kreativität in die psychische Problemlösung mit hineinzubringen. Auch in Einzelpsychotherapien durch Therapeuten und Klienten, in der schulischen Arbeit sowie in der Paar- und Familienberatung kann diese Therapieform angewendet werden.

 

Wie lange dauern humanistische Therapien im Durchschnitt?

Da die humanistischen Therapien in Art und Anwendung sehr verschieden sind und sehr selten von Krankenkassen übernommen werden, können hier keine allgemeinen Aussagen zur Therapiedauer gemacht werden. Auch hier kommt es auf die schwere der Erkrankung an. In einer akuten Belastungssituation können bspw. in der Gestalttherapie schon möglicherweise 10-12 Therapiestunden Abhilfe schaffen während tief verwurzelte psychische Erkrankungen und/ oder Persönlichkeitsstörungen eine Langzeittherapie von 80 Therapiestunden oder mehr erfordern können.