Die Strömung der positiven Psychologie untersucht, wie der Name vermuten lässt, die Grundlagen menschlichen Lebens unter positiven Aspekten. Der Psychologe Abraham Maslow prägte diesen Begriff erstmals 1954 und befasste sich damit, was uns Menschen als Individuen ausmacht: Unsere Ressourcen, Fähigkeiten, Wohlbefinden sowie Potenziale. Die positive Psychologie ist Teil der humanistischen Perspektive, die den Anspruch hat, dass Menschen sich selbst verwirklichen und ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

 

Gerlinde Baretton„Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick über die Positive Psychologie. Dabei geht es nicht um „alles schönreden“ oder Dauer-Optimismus, sondern um die wissenschaftliche Frage, was Menschen stärkt, gesund hält und erfüllter leben lässt: Welche Stärken tragen uns durch schwierige Zeiten? Was fördert Resilienz, Zuversicht und Verbundenheit? Und wie entsteht dieses Gefühl von Sinn und „im Flow sein“ im Alltag? In diesem Beitrag lernen Sie zentrale Konzepte der Positiven Psychologie kennen – zum Beispiel Stärkenorientierung, Dankbarkeit, Selbstmitgefühl, gelingende Beziehungen und Ressourcenarbeit – und bekommen alltagsnahe Impulse, wie Sie diese Erkenntnisse Schritt für Schritt für sich nutzen können. Wenn Sie dabei Hilfe zur Entscheidung brauchen, schreiben Sie mir gerne oder rufen mich für ein kostenfreies Erstgespräch unter 0170 38 175 74 an.“

Was sind die Schwerpunkte der positiven Psychologie?

Die Psychologen Christopher Peterson und Martin Seligman prägten den Ansatz der positiven Psychologie mit sechs Tugenden, die heute eine bedeutende Rolle in der Erforschung positiver Aspekte des Menschseins spielen: Wissen und Weisheit, emotionale Potenziale, zwischenmenschliche Stärken, Mäßigung und Transzendenz. Unter Letzterem wird vor allem der menschliche Humor, Dankbarkeit und der Würdigung von schönen Dingen verstanden.

Unter diesen Schwerpunkten erforschten die Psychologen 24 Charakterstärken, die man in positiven Aktivitäten fördern könnte. Durch Austausch und Beratung sollte man so ein glücklicheres Leben ermöglichen können.  

 

Was unterscheidet die Positive Psychologie von den anderen Ansätzen?

In vielen psychologischen Strömungen wird vor Allem von einem Startpunkt ausgegangen: dem psychischen Problem. Die positive Psychologie versucht einen Ansatz, der weg von dieser Orientierung am Defizit des Menschen zu den persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten ausgeht. Es geht also nicht darum, psychologische Erkenntnisse zu nutzen, um ein psychisches Problem zu lösen oder zu analysieren – sondern den Fokus darauf zu legen, wie wir Menschen ein gelungenes Leben führen können.

Dieses gelungene Leben ist nach Martin Seligman mit der Förderung dieser Elemente möglich: Die Förderung positiver Emotionen, dem Engagement als Suche nach erfüllenden Erfahrungen, sozialer Beziehungen, der Freude an Erfolgen und Weiterentwicklung sowie dem Sinnerleben.

 

Positive Psychologie in der Kritik

Was könnte nun an einer positiven Sicht der Dinge schlecht sein? Die positive Psychologie findet heute vor allem im Führungskräftetraining und im Coaching-Bereich in Bezug auf Motivation Anklang. Im wissenschaftlichen Bereich steht Sie in der Kritik, offensichtliche, ideologische Lösungen vorzugeben- die eher positivem Menschenverstand widerspiegeln als wissenschaftlichen Mehrwert zu bieten. Einige Quellen sehen die positive Strömung als ein Versuch an, Menschen „umprogrammieren“ zu können, damit Sie ihre Potenziale nutzen und sich wohlfühlen.

Tatsächlich zeigten Studien bei psychischen Störungen wie Depressionen, dass keine verbessernden Wirkungen durch Elemente der positiven Psychologie erreicht werden konnten. Studien im Bereich der Selbstwirksamkeit und der Selbstmotivation konnten dagegen gute und nachhaltige Wirkungen zeigen.

 

 

Theorie und Praxis: kleine Übungen mit großer Wirkung

 

Die eigenen Stärken kennen

Eine gute Möglichkeit, das Selbstbewusstsein zu steigern, kann ein Charaktertest darstellen. Hierbei werden durch einen Fragebogen die charakterlichen Stärken abgefragt. So kann den nächsten Herausforderungen mit mehr Klarheit über die eigenen Fähigkeiten begegnet werden.

Einen Test der Universität Zürich finden Sie hier: http://www.charakterstaerken.org/

 

Flow-Momente sammeln

Die Zeit vergessen, ganz in der Tätigkeit aufgehen, etwas leidenschaftlich gerne, der Sache wegen, tun… das passiert beim Flow-Erleben. In der positiven Psychologie sind diese Momente für ein erfülltes Leben wichtig. Nehmen Sie sich Zeit, einmal schriftlich zu reflektieren, welche Erlebnisse diese Qualitäten für Sie haben und planen Sie konkret ein, wann Sie Diese in ihren Alltag einbauen können und was Sie noch dafür brauchen. Reflektieren Sie nach einigen Wochen, wie Sie die Momente erlebt haben.

 

Erste-Hilfe Koffer

Denken Sie einmal an eine Herausforderung oder eine schwierige Situation zurück, die Sie erfolgreich gemeistert haben. Notieren Sie sich dann alle Punkte, die ihnen bei der Bewältigung geholfen haben.

Einige Orientierungsfragen hierfür wären:

 

  • Was habe ich aktiv getan, um die Situation zu meistern?
  • Welche Unterstützungen und Hilfe habe ich erhalten können?
  • Welche Gefühle und Gedanken haben mich bei der Situation begleitet?

 

Ihre Notfall-Liste können Sie an einem mobilen oder gut erreichbaren Ort aufbewahren, auf den Sie im Notfall zurückgreifen können. Sie kann die Bewältigung künftiger schwieriger Situationen durch den Fokus auf vergangene Erfolge erleichtern.

 

Interessante (gut verständliche) Links im Internet

 

Buchempfehlungen

  • Martin Seligman – Flourish (Grundlagen, PERMA-Modell, Anwendungen).

  • Martin Seligman – Authentic Happiness (früher, sehr einflussreicher Einstieg; Stärken & Glückskonzepte).